150 Jahre Medizin und Menschlichkeit: Die Geschichte des Rotes Kreuz Krankenhauses ist zugleich ein Stück Bremer Stadtgeschichte.
Als das Rotes Kreuz Krankenhaus im Jahr 1876 gegründet wurde, befand sich Bremen im Aufbruch. Die Stadt wuchs, die Industrialisierung veränderte das Leben der Menschen, und mit ihr stieg der Bedarf an medizinischer Versorgung. In dieser Zeit entstand das „Vereinskrankenhaus zum rothen Kreuz“ am 3. Juli 1876 - mit 30 Betten, einer Lernschwester, einem Patienten und Oberin Henny Sattler, die dem Haus bis 1881 vorstand.
Glückwünsche an das RKK zum 150-jährigen Geburtstag
Vom Vereinskrankenhaus zum Akutkrankenhaus mit Expertenruf
Die Geschichte des Rotes Kreuz Krankenhauses Bremen
1876 Sozial orientierte, weltanschaulich neutrale Medizin und Pflege
Die Idee der Einrichtung beruhte auf sozial orientierter Medizin – geprägt von Professor Dr. Rudolf Virchow, einem legendären deutschen Arzt, Pathologen und Humanisten.
Sein Wunsch, Krankenschwestern weltanschaulich neutral und fern kirchlicher Organisationen auszubilden, zeigt bis heute den liberalen Geist des Bremer Hauses. Das Vereinskrankenhaus unterschied sich deutlich von den anderen Bremer Krankenhäusern: Während dort Religion stark geprägt war, trugen beim RKK das bürgerliche Engagement und die wachsende Mitgliederzahl des Trägervereins die Einrichtung.
1910 entstand ein beeindruckender Erweiterungsbau mit verglasten Veranden, 120 Betten, Bade- und Röntgenabteilung, Labor und einem Radium-Emanatorium. In dieser Phase zeigte sich auch, wie eng das Krankenhaus mit seinem Standort verbunden ist: Gleich mehrfach setzte es sich erfolgreich gegen Pläne zum Zuschütten der „Piepe“ ein. Der Wasserlauf und die angrenzenden Grünflächen der „Piepe-Riviera“ prägen das Gelände bis heute und bieten Patientinnen und Patienten einen besonderen Ort der Ruhe mitten in der Stadt.
1914 Zwischen den Fronten der Weltkriege
Als am 1. August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, stellte das Krankenhaus seine Einrichtungen und sein Pflegepersonal zur Verfügung.
Viele Schwestern wurden in Lazaretten eingesetzt. Diejenigen, die in Bremen blieben, standen vor enormen Herausforderungen. Gemeinsam mit ehemaligen Angehörigen der Schwesternschaft und freiwilligen Helfern versorgten sie innerhalb von vier Kriegsjahren nahezu 10.000 Soldaten. Die Erfahrungen dieser Zeit stärkten das Selbstverständnis des Hauses als Ort der Hilfe auch unter schwierigsten Bedingungen.
1926 folgte ein bedeutender Entwicklungsschritt. Mit dem Neubau an der Osterstraße wurde die Kapazität auf 300 Betten erweitert. Zum 50-jährigen Jubiläum erhielt das Haus den Namen „Willehadhaus vom Roten Kreuz“, in Erinnerung an den ersten Erzbischof von Bremen. Die folgenden Jahre brachten erneut schwere Belastungen. 1937 verschwanden alle eigenständigen Rot-Kreuz-Organisationen und das Willehadhaus ging ins Eigentum des Deutschen Roten Kreuzes über.
Während des Zweiten Weltkriegs diente das Krankenhaus als Lazarett. Mit zunehmender Dauer des Krieges verschärften sich die Bedingungen dramatisch. Um Patienten bei Luftangriffen schneller in Sicherheit bringen zu können, wurden sämtliche Stationen in die unterste Etage verlegt. 1944 konnten zahlreiche transportfähige Patienten in neu errichtete Baracken nach Bassum verlegt werden, um sie vor den Bombardierungen zu schützen. Die Zerstörung war enorm: Nur das Südhaus blieb so weit intakt, dass Patienten dort weiter versorgt werden konnten.
1945 Neuanfang
Nach Kriegsende begann der Wiederaufbau. Im Oktober 1945 kehrten Ärzte und Schwestern zurück nach Bremen.
Am 6. Dezember 1945 wurde die Stiftung Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen gegründet – als Lehrkrankenhaus und Sitz einer staatlich anerkannten Pflegeschule. Die Nachkriegsjahrzehnte standen im Zeichen von Wachstum und medizinischem Fortschritt. Mit einem großen Erweiterungsbau, der am 6. Dezember 1973 eingeweiht wurde, erhielt das Krankenhaus ein modernes Gesicht. Die medizinischen Möglichkeiten wurden erweitert, Arbeitsabläufe verbessert und die Voraussetzungen für weiteres Wachstum geschaffen. Mit insgesamt 401 Betten wurde das RKK zu einer der größten Einrichtungen in Bremen zu jener Zeit. Große finanzielle Herausforderungen nach der Einführung eines neuen Krankenhaus-Finanzierungsgesetzes führten 1975 zur Gründung einer Stiftung privaten Rechts. Neben dem bisherigen Vorstand trat ein Kuratorium an die Spitze der Klinik. 1976, zum 100-jährigen Jubiläum, schrieb die Klinik bereits wieder schwarze Zahlen. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Haus zunehmend zu einer spezialisierten Klinik.
Zum 150-jährigen Jubiläum blickt das Rotes Kreuz Krankenhaus auf eine Geschichte zurück, die eng mit der Entwicklung der Hansestadt verbunden ist. Generationen von Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und vielen weiteren Mitarbeitenden haben das Haus geprägt. Aus einer kleinen Initiative wurde eine Institution, die seit eineinhalb Jahrhunderten für medizinischen Fortschritt, Gemeinsinn und Verlässlichkeit steht – und damit zu einem festen Bestandteil der Bremer Geschichte geworden ist.
1969 Aus medizinischen Schwerpunkten werden Fachgebiete
Heute bietet das RKK hochspezialisierte medizinische Leistungen und professionelle Akutversorgung. Wie aus den ersten Schwerpunktbildungen die heutigen Fachgebiete wurden:
- Einen Meilenstein setzte das Krankenhaus 1969 mit der Eröffnung der ersten Dialyseeinrichtung Bremens. Für Menschen mit schweren Nierenerkrankungen bedeutete dies eine wohnortnahe Behandlungsmöglichkeit und damit eine erhebliche Verbesserung ihrer Lebensqualität. Die eingerichtete Abteilung für Nieren- und Hochdruckkrankheiten ging später auf in der „Medizinische Klinik“. Die Spezialisierung des RKK auf chronische Nierenerkrankungen und deren Behandlung besteht bis heute. 2016 entstand ein großes Dialysezentrum.
- Die Eröffnung der Schmerztherapie im Jahr 1980 machte das Haus zu einem Vorreiter auf diesem Gebiet. In ganz Deutschland gab es zu der Zeit nur ein einziges Zentrum dieser Art in Mainz. Die Abteilung mit ihrer Schmerzambulanz wurde in den 80er Jahren zum größten Schmerzzentrum in ganz Norddeutschland mit stationären Betten für die Aufnahme chronisch Schmerzkranker. Heute hat die Klinik eine Spezialisierung in der Kopfschmerz-, Gesichts- und Migränebehandlung.
- 1985 eröffnete die erste rheumatologische Fachabteilung, ein Jahr später ergänzt durch die operative Rheumatologie. Die Spezialisierung auf diesen Bereich ist in Bremen bis heute einzigartig. Die Senatorin für Gesundheit wies die Kliniken für internistische und orthopädische Rheumatologie des RKK Anfang 2018 offiziell als „Rheumazentrum Bremen“ aus. Gründe hierfür waren unter anderem die besondere Fachexpertise, die konzentrierte medizinische Qualifikation vor Ort und die Beratung und Weiterbildung von Medizinern. Das Zentrum übernimmt über Bremen hinaus eine zentrale Stellung in der rheumatologischen Versorgung der Bevölkerung.
- Mit der Gründung der ersten eigenständigen Abteilung Gefäßchirurgie Bremens im Jahr 1996 stärkte das Krankenhaus seinen Ruf als medizinischer Innovationstreiber. 2003 wurde das erste Bremer Gefäßzentrum gegründet. Durch die Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten in einer Abteilung ist die Klinik in der Lage, die gesamte Gefäßmedizin vom diabetischen Fuß bis zum komplizierten Aneurysma (Aufweitung) der Brust- und Bauchschlagader „aus einer Hand“ zu behandeln. Heute ist in Bremen die Aortenchirurgie, also die Chirurgie der Hauptschlagader, das Spezialgebiet des RKK. Das spezialisierte Aortenzentrum, welches 2019 dazu kam, zählt zu den wenigen sogenannten High-Volume-Centern, das heißt, zu den größten in Deutschland.
- Im November 2012 etablierte die Klinik eine neue Sektion Kardiologie mit 24-Stunden-Rufbereitschaft an der Klinik. Das Besondere an der Kardiologie am Rotes Kreuz Krankenhaus: Die Leitenden Ärzte der Abteilung gehören neben ihrer Tätigkeit für die stationären Patienten zugleich als Teilhaber zum Team der Praxisgemeinschaft Kardio Bremen. Diese liegt unmittelbar neben dem Krankenhaus im Ärztehaus Forum K und ist direkt mit der Zentralen Notaufnahme des RKK verbunden. Das bietet optimale Voraussetzungen für die Zusammenarbeit zwischen Krankenhaus und ambulanter Praxis.
- Seit 2014 verfügt das RKK über ein zertifiziertes Zentrum für Gelenkersatz, das Endoprothetikzentrum – kurz EPZ. Hier werden künstliche Knie- und Hüftgelenke nach neuesten medizinischen Leitlinien implantiert. Voraussetzung für dieses Gütesiegel ist ein Höchstmaß an medizinischer Kompetenz und Versorgungsqualität. Für Patienten bedeutet das: Sie werden von Ärzten mit viel Erfahrung und besonderer Expertise operiert.
- Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie ist neben der Arbeit im EPZ auch spezialisiert auf Fußchirurgie und rheumaorthopädische Eingriffe. Das Team der Abteilung Unfall- und Wiederherstellungschirurgie kümmert sich um die konservative und operative Behandlung frischer Verletzungen der Weichteile und versorgt Knochenbrüche des gesamten Bewegungsapparates sowie Knocheninfektionen. Außerdem leistet es die Akutversorgung von mehrfach und schwerstverletzten Patienten.
- Die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie ist seit jeher verlässlicher Partner in der Chirurgie der Bauchorgane bzw. Eingeweide. Das Team verfügt heute über eine besondere Expertise bei der interdisziplinären Versorgung von Patienten, die von Darmkrebs oder entzündlichen Darmerkrankungen betroffen sind. Im ersten und Stand Juni 2026 einzigen zertifizierten Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie in Bremen kümmert sich das Team der Klinik ebenfalls um die kompetente Versorgung von Hernien (Leisten- und Narbenbrüchen).
- Die Klinik für Anästhesie sorgt für sichere und schonende Narkosen bei allen Operationen des Hauses.
- Durch die speziellen und zum Teil einzigartigen medizinischen Schwerpunkte, die im RKK an einem Standort zusammenkommen, können fächerübergreifend auch mehrfach- und schwersterkrankte Patienten, häufig auch hochaltrige Menschen, kompetent behandelt werden. Möglich machen dies auch die Teams der Intensivstation, des Zentral-OPs, der Notaufnahme, der Diagnostik- und Funktionsbereiche und der Physiotherapie.
Was wäre eine Klinik ohne ihre Mitarbeitenden in der Pflege? Mehr als 470 Pflegefachkräfte arbeiten als größte Berufsgruppe im RKK, sie beraten und unterstützen die Patienten fachlich kompetent und auf dem neuesten Stand der Pflegewissenschaften. Seit 2015 ist die Bremische Schwesternschaft vom Roten Kreuz e.V. – und damit das gesamte Pflegemanagement des Krankenhauses – nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert.
1990 Der Weg zur „Marke RKK“
Die 1990er-Jahre standen im Zeichen einer umfassenden Modernisierung und Identitätsgestaltung.
Ein neues Management aus der Privatwirtschaft forcierte den innovativen Weg. Man war bemüht, eine eigenständige Identität und ein einheitliches Erscheinungsbild zu entwickeln und umzusetzen, um sich von anderen Bremer Krankenhäusern abzugrenzen und attraktiv zu sein für Patienten und Mitarbeiter. Von der Patientenbroschüre und dem Arztbrief über das Farb- und Raumklima bis zum Logo und der Außengestaltung des Hauses entstand ein einheitliches Erscheinungsbild. Das komplett neue visuelle Auftreten ließ das ebenfalls unter Einbindung der Mitarbeiterschaft entstandene neue Leitbild für alle sichtbar werden. Helligkeit, Modernität und ein offenes Auftreten nach außen stellen seitdem die Patienten in den Mittelpunkt und fördern die Genesung weit über die rein medizinische Versorgung hinaus. Für sein Corporate Design wurde das RRK häufig und in vielen Kategorien ausgezeichnet.
Durch die Verbindung von medizinisch-pflegerischem und unternehmerischem Denken konnte das RKK sein Profil weiter schärfen. Mit dem markanten Turm-Anbau zum Piepe-See 1992 wuchs das Krankenhaus weiter. Neue Ambulanzbereiche, eine moderne Eingangshalle mit Lichthof und zeitgemäße Intensivbereiche verbesserten die Versorgung der Patienten ebenso wie die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden. 1997 wurde das Café K eingeweiht. Idyllisch am Ufer der Piepe gelegen, ist das krankenhauseigene Café K bis heute nicht nur für die Patienten, das Personal und die Gäste des Krankenhauses ein Anziehungspunkt. Auch Nachbarn und Spaziergänger schauen herein und genießen bei gutem Wetter auf der großen Terrasse den Blick auf den See. Wechselnde Kunstausstellungen sorgen für ein abwechslungsreiches Ambiente. Die klinikeigene Küche wurde damals wie heute viel gelobt. Im RKK wird noch immer selbst gekocht – und das schmeckt man auch.
Im Januar 2004 wurde der Krankenhausbetrieb aus der Stiftung ausgegliedert und in eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) überführt. Das RKK folgte damit den anderen freigemeinnützigen und städtischen Klinken Bremens, die diesen Schritt hin zu einer eher unternehmerisch orientierten Krankenhausversorgung bereits getan hatten. Bis heute ist jedoch die Stiftung Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen Trägerin der Klinik. Ihr Zweck ist, das öffentliche Gesundheitswesen zu fördern - und damit vor allem die Arbeit des Krankenhauses finanziell zu unterstützen. Dieses gemeinnützige Prinzip bedeutet, dass alle erwirtschafteten Mittel in die medizinische Versorgung und die Infrastruktur der Klinik zurückfließen.
2005 entstand auf maßgebliche Initiative des RKK die Kooperationsgemeinschaft der Freien Kliniken Bremen (kurz: FKB), bestehend aus Diako, St. Joseph-Stift, Roland-Klinik und RKK. Die über das Stadtgebiet verteilten, eigenständigen Klinikstandorte kooperieren eng miteinander und erfüllen einen bedeutenden Versorgungsauftrag für Bremen und die Region.
Um dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen, haben die FKB gemeinsam mit den freigemeinnützigen Pflegeeinrichtungen in Bremen – Bremische Schwesternschaft vom Roten Kreuz, Caritas, Diakonie – das Aus- und Fortbildungszentrum ›Pflegebildung Bremen‹ gegründet. Hier bilden sie den dringend benötigten Pflegenachwuchs mit der gebündelten Kompetenz aller pflegerischen Bereiche aus.
2004 Umfangreiche Neu- und Umbaumaßnahmen
2004 diskutierten Geschäftsführung und Kuratorium mit der Gesundheitsbehörde den dringend notwendigen weiteren Modernisierungsbedarf der Klinik. Die Behandlungsbauten des RKK waren zum größten Teil in den 1970er Jahren entstanden.
Die damals zugrunde gelegten Konzepte waren in erheblichen Teilen überholt, dies betraf insbesondere den OP-Bereich samt Zentralsterilisation, den Aufnahmebereich und die diagnostischen Funktionsbereiche. Die eingeführten Fallpauschalen, die kürzer werdende Verweildauer und medizintechnische Entwicklungen hatten die Arbeit der Krankenhäuser verändert. Neue Organisationsstrukturen mussten in Beton gegossen werden. 2006 erfolgte ein Architekten- und Bauplanerwettbewerb, eine Bauzielplanung wurde entwickelt. Der Start der Baumaßnahmen, geplant 2008, verzögerte sich bis März 2010 – so lange dauerte das Ringen um öffentliche Fördermittel. Etwas Geld floss am Ende doch – wenn auch aufgrund knapper staatlicher Kassen in weit geringerem Maße als beantragt und von der Behörde als förderwürdig anerkannt. Über 20 Millionen Euro investierte das RKK in seine Zukunft - unverzichtbar für die Wettbewerbsfähigkeit der Klinik. Der durchdachte und auch optisch gelungene Neubau festigte das Ansehen des RKK als modernes und dynamisches Krankenhaus.
Zwischen 2010 und 2013 entstand der Neubau des Gebäudekomplexes „Forum K“ inklusive Aufnahmezentrale mit Zentraler Notaufnahme, Terminambulanz und neuer Liegendvorfahrt von der Osterstraße aus. Spatenstich war am 5. März 2010 bei strahlendem Sonnenschein. In direkter Anbindung an die Aufnahmebereiche entstand ein neues Diagnostikzentrum. Der Zentral-OP wurde mit insgesamt 5 Sälen und Zentralsterilisation neu konzipiert und umgebaut, zusätzlich entstand ein ambulantes Operationszentrum. Die Einrichtung der DRK-Rettungswache wurde modernisiert, es entstanden ein großes Tagungszentrum, welches auch extern vermietet wird, und eine Tiefgarage. Im Ärztehaus Forum K siedelten sich in den folgenden Jahren viele Praxen an, deren medizinische Fachbereiche die der Klinik ergänzen. 2014 eröffnete auf 700 Quadratmetern das neu errichtete Zentrum für Physikalische Medizin, das „Physio K“. 2011 nahmen die selbst gegründeten Medizinischen Versorgungszentren MVZ Gefäßmedizin und MVZ Radiologie die Arbeit auf.
2025 sollte ein weiteres eigenes MVZ folgen: Das Hausärztliche MVZ Osterstraße, mit welchem die Klinik auf den zunehmenden Mangel hausärztlicher Versorgung auf der linken Weserseite reagiert.
2026 Gemeinsam die medizinische Qualität sichern
150 Jahre am Puls der Zeit: Der Zusammenschluss mit der Roland-Klinik ist ein neuer Meilenstein in der Geschichte des Krankenhauses und für die Gesundheitsversorgung auf der linken Weserseite. Geschäftsführer Dr. Walter Klingelhöfer und Dr. Martin Langenbeck im Interview zum Jubiläum und zum Zusammenschluss von RKK und Roland-Klinik
Herr Dr. Klingelhöfer, Herr Dr. Langenbeck, 150 Jahre RKK. Zurück oder voraus: Wohin geht Ihr Blick in diesem besonderen Jubiläumsjahr?
Dr. Walter Klingelhöfer: In beide Richtungen! Das ist schon ein sehr besonderes Jubiläum in diesen Zeiten. Das RKK hat sich über eineinhalb Jahrhunderte zu einem modernen, leistungsfähigen Akutkrankenhaus entwickelt, das fest auf Bremens linker Weserseite und in der Region verwurzelt ist. Das ist wirklich ein Grund, stolz zu sein!
Dr. Martin Langenbeck: Unser Jubiläum soll aber nicht nur ein Anlass zum Feiern sein, sondern auch ein Moment des Dankes. Im Mittelpunkt unserer Arbeit standen und stehen immer die Menschen. Generationen von Patientinnen und Patienten wurden bei uns behandelt, begleitet und gepflegt. Ebenso prägend sind die vielen Mitarbeitenden, die dem RKK mit ihrem Wissen, ihrem Engagement und ihrer Empathie sein Gesicht geben. Dieses Zusammenspiel aus fachlicher Kompetenz und menschlicher Nähe ist bis heute ein zentraler Wert unseres Hauses und Teil unseres Selbstverständnisses als Rotes Kreuz Krankenhaus. Wir danken allen, die uns in den vergangenen 150 Jahren begleitet und unterstützt haben.
Ein noch recht junger aber wichtiger Meilenstein in der Geschichte des RKK ist der Zusammenschluss mit der Roland Klinik gGmbH, der im Januar 2026 erfolgt ist. Wie kam es dazu?
Dr. Walter Klingelhöfer: Mit diesem Schritt haben wir unsere Kräfte gebündelt, um die medizinische Versorgung in Bremen - vor allem auch die Akutversorgung links der Weser - weiter zu stärken. Beide Kliniken stehen jetzt unter der Trägerschaft der Stiftung Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen. Die Krankenhausreform in Deutschland stellt alle Kliniken vor notwendige Veränderungen, wir stehen unter starkem bürokratischen und wirtschaftlichen Druck. Wir müssen deshalb zusammenrücken und uns zukunftsfähig weiterentwickeln. Die Veränderungen, die auf die Krankenhäuser zukommen, sind tiefgreifend und müssen auf mehrjährige Sicht geplant werden. Das war ebenfalls ein Grund, warum die Geschäftsführung der Roland Klinik kurz vor ihrem Ruhestand die Weichen mit uns neu gestellt hat. Beide Kliniken bringen nun ihre jeweiligen Stärken, Erfahrungen und Schwerpunkte zusammen. Wir sehen gemeinsam große Vorteile für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und die Region.
Wagen Sie einen Blick in die Zukunft der beiden Krankenhäuser?
Dr. Martin Langenbeck: Die Zusammenführung des RKK mit der Roland Klinik ist für uns eine konsequente Weiterführung unserer Geschichte und eröffnet neue Perspektiven für Patientinnen und Patienten, für unsere Mitarbeitenden und für das gesamte Gesundheitswesen in Bremen. Wir wollen gemeinsam die medizinische Qualität sichern, innovative Konzepte entwickeln und gleichzeitig die persönliche Zuwendung bewahren, die unsere Häuser auszeichnet. Seit 150 Jahren haben wir uns immer wieder verändert, auf neue medizinische Erkenntnisse reagiert und uns den Bedürfnissen der Menschen angepasst. Auch jetzt gehen wir diesen Weg mit optimistischem Blick nach vorne weiter.
Dr. Walter Klingelhöfer: Auf das deutsche Gesundheitswesen kommen tiefgreifende Veränderungen zu. Die Krankenhäuser stehen unter größtem wirtschaftlichen Druck. Umstrukturierungen, Reform- und Sparpläne werden auch für Patientinnen und Patienten deutlich spürbar sein. Wir werden diese, wie auch schon all die Veränderungen früherer Zeiten als Herausforderung betrachten und uns aktiv einbringen. Nach 150 Jahren erfolgreichem Bestehen kann man wohl mit bestem Gewissen sagen, dass das Haus mit dieser Einstellung immer gut beraten war. Wir sehen trotz der stürmischen See, durch die auch unsere Häuser segeln, der Zukunft positiv entgegen. Wer 150 Jahre meistert, der meistert auch die nächsten! Wir freuen uns darauf, die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Bremen zu gestalten!






