Aktuell

Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen gewinnt Deutschen Wundpreis 2018

Etwa 2,7 Millionen Patienten leiden deutschlandweit an chronischen Wunden. Bis ihre Wunden heilen, vergehen oft Monate oder sogar Jahre. Das größte Forum zum Thema Chronische Wunden ist der Deutsche Wundkongress in Bremen. Er findet seit 2007 jährlich statt und richtet sich bundesweit und über die Grenzen hinaus an Mediziner, Pflegende und weitere Akteure. Knapp 4.300 Besucher kamen Mitte Mai in die Bremer Messehallen, um über Neuigkeiten und Fortschritte in der Prävention und Versorgung chronischer Wunden zu lernen und zu diskutieren.

Im Rahmen des Kongresses bewarben sich 40 Institutionen und Teilnehmer mit Projekten, Studien oder wissenschaftlichen Arbeiten für den Deutschen Wundpreis. Mit ihrem Projekt „Visuelle Dekubitusinzidenz“ überzeugten die ausgebildete Fachtherapeutin Chronische Wunden, Anne-Marie Schlamm und ihr Kollege Lars Gröne, Pflege-Abteilungsleiter im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen, die Jury – und gewannen den mit EUR 500,- dotierten ersten Preis.

Ein einfach geniales Projekt

Ein Dekubitus, auch Druckgeschwür oder „Wundliegen“ genannt, ist eine chronische Wunde der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Die Hauptursache der Entstehung ist eine längere Druckbelastung, beispielsweise durch langes Liegen, welche die Durchblutung der Haut stört. „Vor allem bettlägerige, kranke, ältere Menschen sind gefährdet. Nicht nur in Pflege- und Altenheimen oder der ambulanten Pflege zu Hause muss deshalb die Aufmerksamkeit für das Problem besonders hoch sein, sondern auch in den Krankenhäusern“, betont Lars Gröne und ergänzt: „Fachleute schätzen, dass in Deutschland jährlich mehr als 400.000 Menschen ein behandlungsbedürftiges Druckgeschwür entwickeln“.

„Wir haben uns überlegt, wie wir es schaffen können, die Aufmerksamkeit der Ärzte und Pflegefachkräfte bei der täglichen Routine im Krankenhausalltag für das Risiko des Wundliegens präsent zu halten und kamen auf die Idee mit den Punkten“, erzählt Anne-Marie Schlamm. „Jeder Patient hat, um Verwechslungen auszuschließen, bei uns in der Klinik ein Patientenarmband, auf dem sein Name und Geburtsdatum stehen. Wir haben - zunächst als Pilotprojekt auf einer Station – zusätzlich einfache kleine Klebepunkte eingeführt: grün für kein Risiko, gelb für Risiko besteht, rot für Druckgeschwür vorhanden, erklärt die RKK-Wundmanagerin das „einfache aber geniale Projekt“, so die Jury bei der Preisverleihung.

Dreimal täglich wird im Rahmen der pflegerischen Durchgänge pro Schicht der Punktestatus überprüft; flankierend zum Projekt entstanden Verfahrensanweisungen, Infos und Schaubilder.

Neue Neustadt. Menschen, Räume, Architektur

Ausstellungseröffnung im Café K am 10. Juni: Sichtweisen auf die Neustadt und den Stadtwerder von Bremer Architekturstudierenden und Fotografen

Am Sonntag, 10. Juni 2018 um 11:30 Uhr präsentiert das Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) im Café K seine zweite reine Fotoausstellung mit unterschiedlichen Blickwinkeln auf das eigene Quartier. Diesmal treten die neueren Seiten des Stadtgebietes samt ihrer verschiedenen Aspekte in Erscheinung: Klassische Architekturaufnahmen mit großer Schärfe und dokumentarischem Charakter erkunden analytisch und rational das Quartier. Sie zeigen sowohl größere städtische Zusammenhänge, wie Gebäudegruppen und Straßenzüge, als auch Detailaufnahmen und einzelne „Haus-Porträts“. Andere Aufnahmen spiegeln ein individuelles und subjektives Empfinden in der Stadt: besondere Farben oder Formen, Menschen oder Wetterphänomene bis hin zu Pflanzen oder Stimmungen, die auffallen und gefallen. Eine Stadtszene inszeniert die Ausstellung als filmisch minimalistische Sequenz und breitet im Gegenzug einen Straßenzug aufgefächert wie ein Bühnenbild vor den Betrachtern aus. Ein weiterer Teil der Ausstellung ermöglicht spannende Einsichten zur Veränderung des öffentlichen Raums durch historische Aufnahmen und zeitgenössische Aufnahmen desselben Ortes.

Die gezeigte Bildauswahl thematisiert und bespielt die Frage, wie sich städtische Wirklichkeit mit fotografischen Mitteln visuell darstellen, ausschneiden, erkennen und verwandeln lässt. Gleichzeitig ist die Ausstellung eine Einladung und Aufforderung, das Quartier mit allen Sinnen und offener Haltung neu zu erleben. Die Werke stammen erneut von Architekturstudierenden der Hochschule Bremen sowie von professionellen Fotografen. Entstanden sind die visuellen Momentaufnahmen in unterschiedlichen Projekten: einem von Prof. Dr. Eberhard Syring und Nikolai Wolff konzipierten und geleiteten Kurs zu Architekturfotografie an der Hochschule Bremen, dem Foto-Projekt zur Ausstellung „Stadt, Raum, Detail“ der Fotoetage Bremen (Fotografien von Kay Michalak und Nikolai Wolff) sowie im Rahmen des demnächst erscheinenden Buchprojektes „Architekturführer Bremen“.

Zur Ausstellungseröffnung am 10. Juni begrüßt der Kurator und Fotograf Nikolai Wolff und gibt eine Einführung in die gezeigten Fotografien.

Neue Neustadt. Menschen, Räume, Architektur
Sichtweisen auf die Neustadt und den Stadtwerder
von Bremer Architekturstudierenden und Fotografen.
10. Juni bis Oktober 2018 im Café K, werktags von 7.00 bis 18.30 Uhr,
an Wochenenden und Feiertagen von 07.15 bis 09.30 Uhr und von 14.00 bis 18.30 Uhr

Fotografien: Projektgruppe Architekturfotografie

„So nicht…“

Hintergründe und Motivation zum Offenen Brief der Interessenvertretungen der Freien Kliniken Bremen (FKB) an die Senatorin Prof. Eva Quante-Brandt

185 Mio. Euro für die GeNo… es ist grundsätzlich in Ordnung und rechtens, dass Gelder der Stadt Bremen als Gesellschafter in die GeNo fließen, aber nicht mehr bei diesen Beträgen, die bereits seit Jahren immer wieder in schlechte Wirtschaftlichkeit und/oder unorganisierte Baumaßnahmen wie den Teilersatzneubau (TEN) in Mitte investiert werden. Das finanzieren wir alle mit unseren Steuergeldern mit.

Wird in einem unserer Häuser ein schlechtes Wirtschaftsergebnis eingefahren, so muss beispielsweise Personal eingespart oder Teile der Gehälter wie Weihnachtsgeld, Tariferhöhungen o.ä. einbehalten werden, um das Krankenhaus wieder in eine stabile wirtschaftliche Lage zu bringen.

Unsere Kolleginnen und Kollegen bekommen durch Freunde und Bekannte bzw. Kollegen der GeNo oder auch über die Medien mit, dass in den GeNo-Häusern Betten oder teilweise Stationen gesperrt werden, wenn Personalmangel herrscht; oder dass Leihkräfte eingestellt werden. Da fragen sich die KollegInnen, weshalb das in unseren Häusern nicht auch so gehandhabt wird. Aber ein Krankenhaus kann es sich i.d.R. wirtschaftlich nicht leisten, Betten und/oder Abteilungen zu schließen, da sonst beispielsweise die Fallzahlen für die nächsten Budgetverhandlungen nicht erreicht werden.

In solchen Zeiten fangen unsere KollegInnen nicht selten die zusätzlichen Patienten und die damit verbundene Mehrarbeit auf, obwohl sie selbst z.B. durch Grippewelle in Anzahl und Leistungsfähigkeit dezimiert sind. Und auch wir haben mit Fachkräftemangel zu kämpfen.
Eine Klinik der Maximalversorgung wie Bremen Mitte darf unseres Erachtens keine Versorgungseinbrüche durch Bettensperren u.ä. hervorrufen.

Somit entsteht der Eindruck, dass die GeNo-Häuser sich Betten- und Stationsschließungen sowie teure Leiharbeitskräfte „erlauben“ können, da eine Schieflage der Wirtschaftlichkeit ja quasi immer vom Gesellschafter, sprich der Stadt Bremen ausgeglichen wird.
Der Nachtragshaushalt von 185 Mio. Euro wird daher von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als „Bestrafung“ der Freien Kliniken für wirtschaftliches Arbeiten empfunden. Das Wettbewerbsrecht ist mit den Finanzspritzen durch die Stadt Bremen aus unserer Sicht erheblich gestört und es besteht unseres Erachtens eine Ungleichbehandlung.

Die Voraussetzungen und Herausforderungen im Rahmen des Gesundheitssystems sind für alle Kliniken dieselben. Die Erlöse aus den DRGs sind in ihrer Höhe nicht angepasst worden, obwohl die Kosten für die Krankenhäuser in allen Bereichen wie beispielsweise Tariflöhne, Sachkosten, Versicherungsbeiträge, Energiekosten usw. deutlich gestiegen sind. Das alles und weitere Problematiken unseres Gesundheitssystems zwingen die Krankenhäuser zu Sparsamkeit und wirtschaftlichem Handeln. Gleichzeitig müssen verhandelte und angebotene Leistungen – vor allem im Rahmen der Daseinsfürsorge – dennoch erbracht werden und das bei anhaltendem bzw. zunehmenden Fachkräftemangel.

Auch notwendige Investitionen in dringende bauliche oder sanierungstechnische Maßnahmen, medizinische Geräte, Hilfsmittel usw. betreffen im Grunde alle Kliniken gleichermaßen.

Die Investitionsmittel, die vom Land jährlich nach Bettenzahl auf die Kliniken der FKB und GeNo verteilt werden, sind über die o.g. Thematik hinaus sowieso viel zu niedrig.
Fehlplanungen bei Baumaßnahmen oder An-/Neubauten und damit verbundene Mehrkosten werden allerdings für die FKB-Häuser nicht ausgeglichen – im Gegensatz zu den Kommunalen Kliniken.

Es geht aber über die Finanzmittel hinaus vor allem auch um die Wahrnehmung und Außendarstellung der Leistungen der Freien Kliniken Bremen durch die Gesundheitsbehörde bzw. durch die Senatorin.

Die Gesundheitssenatorin ist unserer Auffassung nach für alle Einrichtungen des Gesundheitswesens gleichermaßen zuständig und hat diese im Rahmen der Gleichbehandlung zu unterstützen.
Unsere Wahrnehmung jedoch ist, dass aus den Äußerungen von Frau Prof. Quante-Brandt im Zusammenhang mit den Kommunalen Kliniken ausschließlich die Aufsichtsratsvorsitzende der GeNo und nicht die Gesundheitssenatorin Bremens spricht, wenn z.B. von Daseinsfürsorge die Rede ist und sie diesbezüglich nahezu ausschließlich die GeNo-Häuser in den Fokus setzt. Die Freien Kliniken haben ebenfalls die Daseinsfürsorge zu leisten und tun dieses auch. Wir fühlen uns nicht ausreichend wahrgenommen.
Es gilt im Amt neutral zu sein. Und es stellt sich für uns durchaus die Frage, wie die Senatorin z.B. bei der Landeskrankenhausplanung Objektivität wahren kann, wenn sie gleichzeitig als Aufsichtsratsvorsitzende die kommunalen Häuser vertritt?

Es hat in jedem Fall einen gewissen Beigeschmack – und das betrifft nicht nur Frau Quante-Brandt, sondern auch ihre Vorgänger/innen – wenn der Posten des/der Gesundheitssenator/in und der Aufsichtsratsvorsitz der Kommunalen Kliniken durch ein und dieselbe Person besetzt ist.
Das eine sind die Aufgaben als Gesundheitssenator/in und das andere die Aufgaben als Gesellschafter bzw. Aufsichtsratsvorsitz der Kommunalen Kliniken. Beides sollte getrennt voneinander behandelt werden, um möglichen Interessenskonflikten vorzubeugen.

Die Medienberichterstattung spricht u.a. im Zusammenhang mit dem Nachtragshaushalt von 185 Mio. Euro immer nur von den „Bremer Kliniken“. Die Bevölkerung unterscheidet nicht zwangsläufig zwischen den Kommunalen Kliniken und den Freien Kliniken Bremen, sondern versteht unter „Bremer Kliniken“ alle Krankenhäuser in Bremen. So kommt es seit der Bekanntgabe des Nachtragshaushalts zu Äußerungen von Patienten und Besuchern in den Freien Kliniken, „Sie bekommen ja nun eine Menge Geld von der Stadt Bremen“. Hier kann man im Rahmen der Gleichbehandlung und Neutralität im Amt durchaus erwarten, dass es eine „Richtigstellung“ seitens der senatorischen Behörde in den Medien gibt.

Für nicht wenige unserer über 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Kliniken sind das Verhalten und die Äußerungen bzw. das Nicht-Wahrnehmen durch die Senatorin eine Missachtung und nicht vorhandene Wertschätzung ihrer Leistung.
Hinzu kommt das Unverständnis und der Unmut angesichts der Misswirtschaft der GeNo, dem „Millionengrab Teilersatzneubau Bremen-Mitte“ und angesichts dieser enormen Summe, die –wofür offiziell auch immer - erneut in die GeNo-Häuser fließt. Wir Mitarbeiter/-innen sind auch Bürger/-innen und so- mit Steuerzahler/innen der Stadt und des Landes Bremen und sagen deshalb „So nicht…!“.

Die Interessenvertretungen der Freien Kliniken Bremen

Doris Schneider
Vorsitzende
der Mitarbeitervertretung
Krankenhaus St. Joseph-Stift

Wilfried Elfers
Vorsitzender
Betriebsrat
Rotes Kreuz Krankenhaus

Edelgard Kleinekemper
Vorsitzende
der Mitarbeitervertretung
DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus

Sabine Verluis
Vorsitzende
Betriebsrat
Roland-Klinik

Hygieneteam des Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen gewinnt im Wettbewerb der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V.

Auf dem 14. Kongress für Krankenhaushygiene 2018 in Berlin haben sich im März 26 Wettbewerber zum Preis „Hygiene medial vermitteln“ präsentiert. Eingereicht wurden vorab neue Ansätze, wie Kliniken mit Hilfe von Medien Hygienethemen besser vermitteln können. Bewertet wurden Inhalt, Umsetzung und Präsentation sowie der Nutzen des Projektes für die tägliche Praxis im Krankenhaus. Mit seinem einzigartigen 3D-Hygiene­schulungs­programm nahm das RKK am Wettbewerb teil – und gewann einen ersten Preis.

Die insgesamt acht Preisträger wurden in den Kategorien Poster, Video und Sonstiges (RKK) prämiert. Alle 1800 Teilnehmer des Kongresses hatten vorher die Möglichkeit, die Beiträge gemeinsam mit der Jury zu evaluieren und somit die Gewinner zu ermitteln. Krankenhaushygieniker Dr. Michael Bojarra und Hygienefachkraft Kathrin Zickert nahmen den mit 1.000 EUR dotierten Preis stolz entgegen.

Das 3D-Hygieneschulungsprogramm des Rotes Kreuz Krankenhauses

Mit seinem virtuellen Rundgang durch die eigene Klinik bringt das Rotes Kreuz Krankenhaus seinen neuen Mitarbeitern unterschiedlicher Berufssparten aber auch den Festangestellten im Rahmen der jährlichen Pflichtschulung die Inhalte der Basishygiene näher. Die Klinik vermittelt mit bewegten und unbewegten Bildern vor einem 360° Panorama des eigenen Arbeitsplatzes das Thema plastisch und real. „Das interaktive Programm funktioniert wie eine Art „Google-Maps“ im Krankenhaus. „An einem Ort erscheint der virtuelle Schulungsleiter. Dieser Avatar, das bin ich, führt in die Schulung ein. Je nach Berufsgruppe gibt es dann unterschiedlich viele Orte und Sequenzen im jeweiligen Modul, die passend zum Schulungszweck zusammengesetzt sind. Der Teilnehmer erkundet am Bildschirm mit der Maus den „realen“ Raum, in dem eine variable Anzahl von Inhalten versteckt ist“, erklärt Krankenhaushygieniker Michael Bojarra.

Je nach Schulung geht es um Händehygiene, Flächenhygiene, Arbeitskleidung oder Arbeitsschutz. An verschiedenen Stellen klickt der Mitarbeiter auf Videos oder Dokumente - aktuelle Standards, die mit dem hauseigenen Intranet verknüpft sind - und die gelesen werden müssen. Jeder Teilnehmer erhält nach Abschluss der Schulung am PC die sofortige Rückmeldung über das Abschneiden und ein Zertifikat. Parallel wird seine Teilnahme automatisch und ausschließlich zu Dokumentationszwecken in der Personalverwaltung erfasst.

„Mit der Umsetzung der verschiedenen zu schulenden Hygieneinhalte in Form eines 3D-Computerschulungsmoduls haben wir 2016 bewusst Neuland betreten. Nach der Erprobungsphase ist das virtuelle Schulungsmodul jetzt in Ergänzung zu einer Vielzahl von Präsenzschulungen fest verankert im Gesamt- schulungskonzept des RKK. Alle neuen Mitarbeiter, Praktikanten und alle Festangestellten müssen es einmal jährlich absolvieren. Das Konzept ist aufgegangen: Das Programm ermöglicht einen neuen, zeitgemäßen Zugang zu bekannten Themen. Es hält Inhalte rund um die Uhr bereit und schafft über die spielerische Bedienung Anreize zur Nutzung“, erklärt Bojarra.

Die erfolgreiche Software entstand in Kooperation mit der AOK Bremen/Bremerhaven und der Firma Panolife für 3D-Visualisierung.

Offener Brief der Mitarbeitervertretungen der Freien Kliniken Bremen an Senatorin Prof. Dr. Quante-Brandt

Kritik der Mitarbeitervertretungen der Freien Kliniken Bremen an der Bezuschussung des Klinikverbunds Gesundheit Nord (GeNo) durch den Senat

Sehr geehrte Frau Senatorin Prof. Dr. Quante-Brandt,

seit Monaten steht der Klinikverbund Gesundheit Nord wegen wirtschaftlicher Fehlentwicklungen in den Schlagzeilen. Nun soll diese Schieflage durch einen beantragten Nachtragshaushalt in Höhe von 185 Mio. Euro ausgeglichen werden? Als die Interessenvertreter aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Kliniken Bremen sagen wir: So nicht! Seit Jahren werden die kommunalen Kliniken in der Stadtgemeinde Bremen gegenüber den freigemeinnützigen Krankenhäusern immer wieder bei der Verteilung von Geldern bevorzugt. Die Finanzspritze dürfte sich mittlerweile auf rund 400 Mio. Euro summieren.

Mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich in den Freien Kliniken Bremen für jährlich mehr als 150.000 Patienten ein. Wie sollen wir unseren Kolleginnen und Kollegen plausibel erklären, dass sie Mehrarbeit leisten müssen, wenn wieder einmal in den kommunalen Häusern aufgrund von Fehlern in der Personalplanung Stationen abgemeldet werden? Gegenüber der Öffentlichkeit betonen Sie stets die Bedeutung der Daseinsvorsorge durch den kommunalen Klinikverbund. Sie würden nicht glauben, wie häufig wir eigentlich im Klinikum Mitte zu versorgende Patienten nach Niedersachsen verlegen müssen, weil wieder einmal die entsprechende Station abgemeldet ist!

Dank effizienter Strukturen und sparsamen Haushaltens ist die wirtschaftliche Lage der Freien Kliniken solide. Aber die finanzielle Belastung durch geringere Zuschüsse und ausbleibende Unterstützung durch den Senat wird auch in unseren Häusern immer größer. Dieser Sparzwang, dem die Häuser der Freien Kliniken Bremen unterliegen, wirkt sich auf viele Bereiche des Arbeitsalltags aus. Die Belastung für die Pflege und die Ärzteschaft steigt spürbar. Mit 185 Mio. Euro (zusätzlich!!) könnten auch in den Freien Kliniken Bremen notwendige Investitionen getätigt werden – zum Wohle der Mitarbeiter wie zum Wohle der Patienten, die in unseren Häusern stets im Mittelpunkt aller Anstrengungen stehen.

Mit mehr als 55.000 stationär und 100.000 ambulant behandelten Patienten jährlich erfüllen wir einen bedeutenden Versorgungsauftrag für Bremen und die Region. Uns geht es um den Erhalt von Arbeitsplätzen und um die Wertschätzung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Freien Kliniken Bremen. Um eine öffentliche Anerkennung ihrer Leistung – auch von Seiten der Politik, auch von Ihnen.

Wir können nicht verstehen, wie Sie in Ihrer Funktion als Gesundheitssenatorin gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzende des kommunalen Klinikverbunds Gesundheit Nord sein können. Die Entscheidung des Senats zum beantragten Nachtragshaushalt lässt jedenfalls an einer Gleichbehandlung aller 14 Bremer Kliniken und an Ihrer Unparteilichkeit als Gesundheitssenatorin zweifeln. Wenn man ganz ehrlich ist, muss man doch zugeben:

Das Geld fließt NICHT in alle Bremer Krankenhäuser gleichermaßen. Für die kommunalen Krankenhäuser Bremens sind „auf einmal“ 185 Mio. Euro da, kurz nachdem ein Haushaltsplan beschlossen wurde, der ganz vielen Bereichen erhebliche Sparanstrengungen zumutet.

Frau Senatorin: Ohne die Trägervielfalt und die Freien Kliniken Bremen wäre die medizinische Daseinsvorsorge der Bürgerinnen und Bürger nicht zu gewährleisten. Hingegen erweist sich der Teilersatzneubau des Klinikums Bremen Mitte als Fass ohne Boden. Wieso müssen wir in unseren Häusern große Teile der Investitionen selbst erwirtschaften, und dort wird der ganze Neubau und noch mehr bezahlt? In einem Haushalts-Notlageland, wie Bremen, sollten Steuermittel besser in Krankenhausstandorte investiert werden, die nachweislich wirtschaftlich arbeiten.

Sehr geehrte Frau Senatorin: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Kliniken Bremen müssen nicht nur daraus resultierende Mehrbelastungen schultern, als Steuerzahler müssen wir das Problem auch noch finanzieren. Im Sinne des Arbeitsplatzerhalts in den Freien Kliniken Bremen, der Trägervielfalt und der Daseinsvorsorge fordern wir eine Gleichbehandlung aller Bremer Kliniken und angemessene Unterstützung auch unserer Häuser durch den Senat.

Die Interessenvertretungen der Freien Kliniken Bremen:

Edelgard Kleinekemper
Vorsitzende der Mitarbeitervertretung
DIAKO Ev. Diakonie-Krankenhaus
mav@diako-bremen.de
Tel.: 0421- 6102-3080

Doris Schneider
Vorsitzende der Mitarbeitervertretung
Krankenhaus St. Joseph-Stift Bremen
Mav@sjs-bremen.de
Tel.: 0421-347-1758

Sabine Versluis
Betriebsratsvorsitzende
Roland-Klinik
betriebsrat.roland-klinik@arcor.de
Tel.: 0421-8778-382

Wilfried Elfers
Betriebsratsvorsitzender
Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen

Elfers.w@roteskreuzkrankenhaus.de
Tel.: 0421-5599-309

Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen wird Co-Studienzentrum der Berliner Charité

AWARE-Studie untersucht, in welchen Fällen Narbenbrüche operiert werden sollten

Bei einem Leistenbruch (sog. Leistenhernie) besteht die Gefahr, dass Gewebe oder Teile des Darms eingeklemmt werden und in der Folge absterben. Aktuelle Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für eine solche Einklemmung sehr gering ist. Aus diesem Grund werden Leistenbrüche, die keine Beschwerden verursachen, heute nicht mehr unbedingt sofort operiert, sondern können zunächst ärztlich beobachtet werden. Hierdurch wird dem Patienten ein mit Risiken verbundener operativer Eingriff erspart.

Auch bei Narbenbrüchen (sog. Narbenhernien) besteht, ähnlich wie bei einem Leistenbruch, die Gefahr einer Einklemmung von Gewebe oder Teilen des Darms. Aber auch hier ergaben erste Untersuchungen der Charité-Universitätsmedizin Berlin, dass die Häufigkeit dieser Komplikation geringer als bisher angenommen ist.

“Daher stellt sich die wichtige Frage, ob Patienten mit Narbenbruch mit gar keiner oder nur geringer Symptomatik zwingend operiert werden müssen oder ob eine ärztliche Beobachtung, im Fachjargon watchful waiting genannt, ausreicht, erklärt Privatdozent Dr. Jörn Gröne, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am RKK und Leiter des Bremer Studienzentrums am RKK.

Dieser Frage geht eine Studie der Charité und 37 weiterer Studienzentren bundesweit nach. Eines dieser Studienzentren ist ab sofort, als einzige Bremer Klinik, das Rotes Kreuz Krankenhaus. Für die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte klinische prospektiv-randomisierte Multicenter-Studie bietet das RKK betroffenen Patienten die Möglichkeit der Teilnahme an.

Informationen zur Studie

Teilnehmer der Studie werden nach umfangreicher Aufklärung und Eingangsuntersuchung per Zufallsprinzip in die Operations- oder Beobachtungsgruppe gelost. Diese sogenannte Randomisierung muss zur Sicherung der wissenschaftlichen Standards durchgeführt werden. „Unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch möglich, die Studiengruppe, in die man randomisiert wurde, zu wechseln. In jedem Fall können die Teilnehmer sicher sein, dass die Nachbetreuung weit über eine Standardbehandlung hinausgeht und sie langfristig unter bester Beobachtung stehen – ob operiert oder nicht. Auch nach Abschluss der Studie dürfen sich die Teilnehmer jederzeit an uns wenden, sobald sie Schmerzen haben oder beispielsweise doch noch operiert werden möchten“, sagt Bauchchirurg Gröne, der 2016 von der Berliner Charité als Chefarzt ins RKK kam. Die Studienteilnehmer kommen über einen Zeitraum von zwei Jahren sechsmal ins Rotes Kreuz Krankenhaus zur Befragung und Nachuntersuchung.

An der Studie kann teilnehmen, wer volljährig ist und einen Narbenbruch nach einer Bauchoperation entwickelt hat, der bei alltäglicher Belastung keine oder nur geringe Beschwerden verursacht. „Diese Multicenter-Studie wird das Wissen über die leider noch sehr häufige Narbenhernie maßgeblich vergrößern”, ist der Chefarzt überzeugt.

Informationen zum Narbenbruch / Narbenhernie

Die Bauchhöhle, mit ihren Organen wie Magen, Leber und Darm, wird von der vorderen Bauchwand bedeckt und geschützt. Diese sogenannte Bauchdecke besteht aus drei Schichten: dem Bauchfell, einer kräftigen Muskelschicht und der Hautschicht. Nach einer Operation kann es im Bereich der Operationsnarbe zu Schwachstellen in der Bauchdecke kommen. „Etwa jeder fünfte Patient entwickelt drei oder mehr Jahre nach einer Bauchoperation Löcher entlang der Narbe. Diese entstehen, wenn das Bindegewebe im Bereich der Operationsnarbe auseinanderweicht. Wenn sich Gewebe oder Darmteile aus dem Bauchraum durch die entstehenden „Bruchlücken“ vorwölben, bezeichnen wir dies als Narbenbruch oder Narbenhernie“, erklärt Privatdozent Dr. Jörn Gröne, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am RKK.

„Viele Patienten können mit einem Narbenbruch weitgehend beschwerdefrei leben - solange eben keine starken Beschwerden auftreten und keine Darmteile eingeklemmt werden. Eine Einklemmung würde sich durch stärkste Bauchschmerzen bemerkbar machen und stellt einen akuten Notfall dar, der sofort operiert werden muss. Denn wenn der Darm nicht mehr ausreichend durchblutet ist, stirbt das Gewebe ab“, so Gröne.

Operiert wird ein Narbenbruch, indem die Fachärzte ein speziell beschichtetes, stützendes Netz in einer Operation in Vollnarkose in die Bauchwand einsetzen und die Bruchlücke somit verschließen – je nach Patient und Indikation in einer offenen Operation oder im Rahmen einer Bauchspiegelung (Laparoskopie). In Deutschland werden so pro Jahr fast 50.000 Narbenbrüche operativ behandelt. Bei etwa jedem zehnten operierten Patienten kommt es jedoch zu Wundheilungsstörungen und - infektionen, auch das eingesetzte Netz kann zu einer Entzündung führen. Blutergüsse, Darmverletzungen und auch Jahre andauernde Schmerzen sind weitere Risiken. „Da es sowohl mit als auch ohne Operation zu Komplikationen kommen kann, macht es Sinn, die Frage zu untersuchen, ob eine Operation der Narbenhernie die einzig sinnvolle Behandlungsmöglichkeit von wenig bis nicht symptomatischen Narbenbrüchen ist“, sagt der Chefarzt.

Kontakt und Informationen

Ansprechpartnerin für die Studie „AWARE – Beobachtung vs. Operation von oligosymptomatischen Narbenhernien“ im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen ist Ulrike Löffner in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Interessierte können sich unter Tel. 0421 / 55 99-4278 oder per E-Mail an loeffner.u@roteskreuzkrankenhaus.de an sie wenden.

Weitere Informationen zur Studie gibt es im Internet unter: www.aware-trial.de

Stabwechsel in der Angiografie am Rotes Kreuz Krankenhaus

Bernhard Schmuck wird Nachfolger von Sabine Bircks

Nach 30 Jahren verabschiedet das Rotes Kreuz Krankenhaus seine Leitende Ärztin für Diagnostische und Therapeutische Angiografie, Sabine Bircks, am 23. Februar in den Ruhestand. Ihr Nachfolger ist Facharzt Bernhard Schmuck, der zuletzt als leitender Oberarzt im Institut für Diagnostische & Interventionelle Radiologie am Klinikum Oldenburg beschäftigt war.

Die gebürtige Düsseldorferin Sabine Bircks begann nach vier Jahren in der Strahlentherapie am ZKH St. Jürgen Straße am 2. Januar 1988 ihre Karriere im RKK. Verantwortung übernehmen, Arbeit wegschaffen, sich kümmern um Abläufe, Kollegen und in erster Linie natürlich um die Patienten: 30 Jahre lang war Sabine Birck ́s Motor und gestaltende Kraft der Radiologie und Angiologie am RKK.
Ihre Facharztprüfung für radiologische Diagnostik legte die Wahl-Bremerin 1992 ab. Als Oberärztin war sie ab 1993, als Leitende Ärztin, ab 2015 mit Führungsvermögen und Empathie verlässliche Anleiterin des medizinischen Nachwuchses. Ab 2010 war sie maßgeblich am Aufbau des MVZ Radiologie beteiligt und eine der Leitenden Ärzte des MVZ von 2011 bis 2014.

Sabine Bircks strukturierte souverän mit weiblicher Hand und sorgte auch für die intensive fächerübergreifende Kommunikation ihres Fachgebietes. Als 1995 die Chirurgischen Fächer am RKK in die Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie und die Klinik für Gefäßchirurgie gesplittet wurden und ein hochmodernes Angiografiegerät mit digitaler Subtraktionsangiografie für Katheteruntersuchungen angeschafft wurde, entwickelte sich Sabine Bircks Leidenschaft für die Angiografie. Ihr Steckenpferd wurde und blieb die therapeutische Angiografie mit Ballonerweiterung und Stentimplantationen in allen Körperbereichen, die arterielle Thrombolyse, Embolisationen von Blutungen, Aneurysmen, Uterusmyomen und Lebertumoren. Im Laufe der Jahre kamen immer neue Techniken der Rekanalisation und des Gefäßverschlusses dazu. „Ohne ihre Kompetenz hätte das erste Bremer Gefäßzentrum nicht bereits 2003 am RKK eröffnet und ab August 2004 durch die radiologische und gefäßchirurgische Fachgesellschaft regelmäßig (re-) zertifiziert werden können“, betont Dr. Walter Klingelhöfer, Kaufmännischer Geschäftsführer am RKK. Die Leitende Ärztin sorgte für die Einarbeitung neuer Kollegen in die Tiefen der interventionellen Angiografie und Radiologie und begleitete die Einführung des neuen Hybrid-OPs im Sommer 2017. Dieser vereint einen komplett ausgestatteten Operationssaal, der höchsten Hygienestandards genügt, mit einem Hightech-Angiografielabor. Im hochsterilen Umfeld dieses OPs können Patienten mit minimal-invasiven Eingriffen, Katheterinterventionen und offenen Operationen in gleicher Narkose behandelt werden. Kernstück ist eine roboterbasierte Angiografie-Anlage zur radiologischen Darstellung von Blutgefäßen. „Wir danken Frau Bircks und wünschen ihr und ihrem Mann nun Zeit und Muße für Reisen, Sport, für Tochter und Enkel, für Freunde und für das Leben außerhalb der Medizin“, so Klingelhöfer.

Bernhard Schmuck ist neuer Ärztlicher Leiter der Angiografie/Interventionellen Radiologie im RKK. Er begann seine Facharztausbildung 2005 im Institut für Diagnostische & Interventionelle Radiologie am Klinikum Oldenburg und war dort zunächst als Fach-, dann Oberarzt und zuletzt als Leitender Oberarzt tätig. Seinem medizinischen Steckenpferd blieb und bleibt er bis heute treu. „Seit vielen Jahren gilt mein fachliches Interesse den Gefäßerkrankungen. Im renommierten ersten Bremer Gefäßzentrum am RKK sind die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten in idealer Weise miteinander verknüpft: Sämtliche operativen und interventionellen Therapieoptionen stehen für den Behandlungserfolg der Patienten zur Verfügung. So kann für jeden einzelnen Patienten die beste Therapie ausgewählt werden. Mein Ziel ist, in diesem Bereich die Patientenversorgung weiterhin auf dem bereits etablierten hohen Niveau zu gewährleisten - und weiter zu entwickeln“, sagt der 41 Jährige. Der erfahrene Facharzt ist spezialisiert auf Eingriffe, bei denen durch Kontrastmittelgabe Gefäße sichtbar gemacht und dann gleichzeitig behandelt werden können. Das Verfahren wird zum Beispiel eingesetzt bei Gefäßverengungen, Gefäßmissbildungen, Blutungen, erweiterten Hauptschlagadern aber auch bestimmten Tumoren.

„Meinen Erfahrungsschatz werde ich ebenfalls nutzen, um besonders im Schwerpunktbereich der interventionellen Tumortherapie neue radiologische Behandlungsformen zu etablieren und fachübergreifende Kooperationen zu intensivieren“, sagt der zweifache Familienvater aus Rastede.

Wissen ist die beste Medizin: Rheumatologie-Chefarzt Prof. Dr. Jens Gert Kuipers ist Mitglied des Experten-Kreis Gesundheit (EKG) der Stiftung Gesundheit

Die Stiftung Gesundheit setzt sich seit 22 Jahren für mehr Transparenz im Gesundheitswesen ein. Sie hilft Verbrauchern, sich in diesem oft unübersichtlichen Feld zu orientieren. Die gemeinnützige Stiftung tut dies zum einen mit einer unabhängigen und werbefreien Arztsuche, welche die freie Arztwahl auch ermöglicht, wenn Spezialisten gebraucht werden. Zum anderen mit der Zertifizierung von verlässlichen und verständlichen Patienteninformationen sowie der Förderung eines fundierten Medizin- und Gesundheitsjournalismus.

Experten-Kreis Gesundheit (EKG) – Wissen für Journalisten

Journalisten bietet die Stiftung eine Expertensuche mit fachlicher Expertise an für qualifizierte Hintergrund-Informationen und Interviews mit Namensnennung des Experten. Medienvertreter suchen über dieses Verzeichnis Interview-Partner.

Prof. Dr. Jens Gert Kuipers ist in der Expertensuche des EKG für Journalisten seit Januar als Experte für den Fachbereich Rheumatologie gelistet.

Stiftung Gesundheit

Sie wurde 1996 unter Aufsicht des zuständigen Innenministeriums auf der Grundlage des Stiftungsgesetzes errichtet und wird beständig durch die Stiftungsaufsichtsbehörde kontrolliert. Die Stiftung Gesundheit ist bundesweit tätig und unabhängig von Regierung, Parteien, Industrie, Verbänden und weltanschaulichen Gruppierungen. Ihre Gremienmitglieder und Beiräte werden aus dem gesamten Bundesgebiet berufen.

Kältetherapie: Alternative zur konventionellen Behandlung des Restless Legs Syndrom (RLS)

Wenn es nachts in den Beinen zuckt, kribbelt und schmerzt und der Körper nicht zur Ruhe kommt, ist häufig das Restless Legs Syndrom (RLS) die Ursache. Neue Hoffnung auf Linderung bringt eine Studie zur Behandlung in der Kältekammer.

Nach Angaben der Deutschen Restless Legs Vereinigung e.V. leiden mehrere 100.000 Menschen in Deutschland an dem rätselhaften RLS-Syndrom. Die genauen Ursachen sind nicht geklärt, Fachleute vermuten, dass es sich um eine Fehlfunktion des Nervenstoffwechsels handelt, die erblich zu sein scheint. Die RLS-Symptome lassen sich meist gut mit Arzneimitteln lindern, die ähnlich wirken wie der körpereigene Nervenbotenstoff Dopamin. Diese Präparate sind jedoch nicht frei von Nebenwirkungen. Sie können zu Schläfrigkeit am Tag, Übelkeit oder Veränderungen der Kognition führen. Oftmals verlagern sich die Beschwerden, welche sich durch die Medikamente nachts bessern, in den Tag hinein.

Eine Studie, die von der Deutschen Restless Legs Vereinigung initiiert und finanziert wurde, gibt nun neue Hoffnung für die Betroffenen. „Die Pilotstudie von 2016 untersucht die Kältetherapie als Alternative zur konventionellen Behandlung des Restless Legs Syndrom. Die RLS-Patienten besuchten drei Minuten lang eine Kältekammer bei -60°C. Zehn Kältebehandlungen brachten auch nach zwei Wochen noch eine signifikante Besserung der Symptome, der Schlaf- und Lebensqualität. Der Schlaf wurde ruhiger, das Zucken ließ nach“, resümiert Dr. Ingo Arnold, Leiter der Kältekammer und des Therapiezentrums für Physikalische Medizin (Physio K) am Rotes Kreuz Krankenhaus die Ergebnisse der Studie. „Wir beobachten gespannt die weitere Entwicklung bei den Patienten, die unsere Kältekammer nutzen“, so der Chefarzt.

Die Kältekammer im Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK)

Wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt, dass eine kurzzeitige (0,5 - 3 Minuten) Einwirkung extremer Kälte genügt, um Schmerzen zu lindern, entzündliche Prozesse einzudämmen, verkrampfte Muskulatur zu lockern und das Immunsystem zu stärken. Mit einem kurzzeitigen Aufenthalt in einer so genannten Kältekammer werden die gleichen Effekte erzielt. Die Kältekammer des RKK besteht aus drei Sektionen. In der ersten herrscht eine Temperatur von - 10°C, in der zweiten -60°C und in der dritten -110°C. Die Kammern sind beleuchtet und durch ein Sichtfenster mit dem Vorraum verbunden. In diesem hält sich das Kontrollpersonal auf. Die Luft in der Kältekammer ist extrem trocken, Luftfeuchtigkeit ist praktisch nicht mehr vorhanden. Dadurch wird die tiefe Temperatur meistens als angenehm empfunden. Die Patienten betreten die Kältekammer zwar in Badebekleidung, sind aber mit Mundschutz, Ohrenschutz, Handschuhen, dicken Socken und festem Schuhwerk geschützt. Ob sie die Kosten der Therapie in der Kältekammer übernehmen, entscheiden die meisten Krankenkassen individuell im Einzelfall.

Weitere Informationen

Titel der Studie: Whole body and local cryotherapy in restless legs syndrome: A randomized, singleblind, controlled parallel group pilot study.

  • Svenja Happe, Institut für Klinische Neurophysiologie, Klinikum Bremen-Ost, Bremen, Abteilung für Neurologie, Klinik Maria-Frieden, Telgte
  • Sabine Bunten, Institut für Klinische Neurophysiologie, Klinikum Bremen-Ost, Bremen
  • Christian Thiedemann, Institut für Klinische Neurophysiologie, Klinikum Bremen-Ost, Bremen, Abteilung für Neurologie, Klinik Maria-Frieden, Telgte
  • Rudolf Siegert, Institut für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Klinikum Bremen-Ost, Bremen

Gesellschaft, Festschmaus und ein Dach über dem Kopf an Heiligabend

Gemeinde St. Michaelis - St. Stephani lädt am 24. Dezember, 18-21 Uhr in das Gemeindehaus St. Pauli ein.

Die Gemeinde St. Michaelis – St. Stephani lädt an Heiligabend von 18 bis 21 Uhr alle Menschen ein, die an diesem Tag Gesellschaft oder ein Dach über dem Kopf suchen. Die Weihnachtsfeier findet im Gemeindehaus St. Pauli in der Großen Krankenstr. 11 statt, das die Vereinigte Evangelische Gemeinde Bremen-Neustadt zur Verfügung gestellt hat. Es gibt ein Programm mit Begrüßung, Andacht, Singen, einem Künstler und Zeit für Gespräche. „Zusammen zu sein, zusammen zu lachen, zu reden und vor allem nicht alleine zu sein ist gerade an diesem Abend das wichtigste für unsere Gäste“, so Ulrike Krusch-Jung, zuständige Pastorin der Gemeinde. Sie ist mit vielen freiwilligen Helfern im Einsatz an diesem Abend.

Viele Gäste freuen sich besonders auf das traditionelle Festtagsessen, gespendet vom Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen. 60 kg Fleisch, 140 kg Kartoffeln und 60 kg Rotkohl: Michael Winne, Küchenchef im RKK, und sein Team kochen am Nachmittag des 24. Dezember leckeres Schweinegulasch mit Apfelrotkohl und Kartoffeln für knapp 300 Personen.

Der Helferkreis, der aus Menschen in ganz Bremen besteht und die Gemeinde in der westlichen Altstadt engagieren sich seit über 30 Jahren für Obdachlose und Menschen, die mit wenig auskommen müssen. Sie sind natürlich auch auf finanzielle Hilfe und auf praktische Hilfe angewiesen. Spenden werden gerne entgegen genommen unter Konto 111 51 61 bei der Sparkasse Bremen, BLZ 290 50101.

Rotes Kreuz Krankenhaus wird Serienstar

Wochenserie bei buten un binnen

Mitte November waren zwei Filmteams von Radio Bremen Fernsehen eine Woche lang im Rotes Kreuz Krankenhaus unterwegs. Gedreht wurde für die „Wochenserie“, ein knapp vierminütiges Format, das täglich im Rahmen der Sendung buten un binnen ausgestrahlt wird.

Die Filmteams begleiteten einzelne Mitarbeiter oder Teams aus den Bereichen Technik, Notaufnahme, Schmerztherapie, Rheumatologie und Hygiene in ihrem Arbeitsalltag. Vom OP über das Labor bis zum Kesselhaus gibt es nun spannende Einblicke und Informationen über die alltägliche und doch sehr spezielle Arbeit im Krankenhaus zu sehen.

Ab Montag, 27. November bis Freitag, 1. Dezember läuft täglich eine Folge im Radio Bremen TV, buten un binnen, ab 19.30 Uhr. Am Samstag, 2.12. ist dann der Geschäftsführer der Klinik, Dr. Walter Klingelhöfer, Studiogast bei Radio Bremen Fernsehen, ebenfalls ab 19.30 Uhr.

Skills-Kurs: Training für den chirurgischen Alltag

Wie lernen und trainieren Assistenzärzte chirurgische Fertigkeiten vor dem Einsatz im OP? Im Rotes Kreuz Krankenhaus wurde hierzu ein interdisziplinärer chirurgischer Trainingskurs ins Leben gerufen.

Junge Ärzte in der Weiterbildung der Fächer Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie trainieren an Modellen unter Aufsicht von erfahrenen Chef- und Oberärzten ihre technischen Fertigkeiten. Künstliche Gelenke und Bauchhöhlen, sogenannte Boxtrainer, ermöglichen die Übung minimal-invasiver OP-Techniken. Modelle für Nahttechniken an künstlichem Darm und Gefäßen erweitern das Trainingsangebot.

Die regelmäßig geplante Veranstaltung stellt einen weiteren Baustein im Weiterbildungsangebot für chirurgische Assistenten am RKK dar.

Alte Neustadt. Menschen, Räume, Architektur

Neue Sichtweisen auf die Alte Neustadt zeigt die aktuelle Kunstausstellung im Café K mit Aufnahmen von Bremer Architekturstudierenden und Fotografen.

Am Sonntag, 22. Oktober 2017 um 11:30 Uhr eröffnet das Rotes Kreuz Krankenhaus (RKK) die erste reine Fotografie-Ausstellung im Café K. Zu erleben sind überraschende Blickwinkel auf die Alte Neustadt und ihre öffentlichen Räume mit ihren facettenreichen Details, Farben und Formen. Das Krankenhaus gibt mit dem fotografischen Porträt des Stadtteils der eigenen Verortung einen künstlerischen Rahmen und ermöglicht neue Perspektiven auf das scheinbar altbekannte Umfeld.

Die visuellen Momentaufnahmen der Alten Neustadt stammen von Architekturstudierenden der Hochschule Bremen und der Hochschule für Künste sowie von professionellen Fotografen der Fotoetage, einem Zusammenschluss freier Fotografen. Sie zeigen neue Sichtweisen auf das Quartier unter den drei besonderen Blickwinkeln Struktur, Textur und Interaktion. Fotografien zum Stichwort „Struktur“ bilden das stadträumliche Netzwerk ab – Neustädter Straßen, Plätze, Wege, typische und markante Bauwerke. „Textur“ fragt nach der stofflichen Beschaffenheit des öffentlichen Raums. Aus welchem Material besteht er? Womit wurde hier gebaut und welche Spuren durch Zeit oder Gebrauch lassen sich entdecken? Aufnahmen zur „Interaktion“ halten Beobachtungen zur sozialen Nutzung fest: Wo und wie sich Menschen durch das Quartier bewegen oder auch begegnen.

Die gezeigten Fotografien sind das Ergebnis eines von Prof. Dr. Eberhard Syring konzipierten Projektes für die Studierenden der Hochschulen. Nikolai Wolff, Fotograf und Kurator dieser Ausstellung, wirkte daran als Dozent mit. Die drei genannten Blickwinkel Struktur, Textur und Interaktion sowie das Neustädter Quartier weckten bei Wolff sowie anderen Fotografen der Fotoetage ein persönliches künstlerisches Interesse. Diese professionellen Aufnahmen flankieren thematisch passend die Arbeiten der Architekturstudierenden.

Zur Ausstellungseröffnung am 22. Oktober spricht Prof. Dr. Eberhard Syring, Professor für Architekturtheorie und Baugeschichte an der School of Architecture der Hochschule Bremen sowie wissenschaftlicher Leiter des Bremer Zentrums für Baukultur (b.zb), über die Einbindung der studentischen Fotografie-Projekte in aktuelle baukulturelle Fragestellungen. Kurator und Fotograf Nikolai Wolff gibt anschließend eine Einführung in die präsentierte Ausstellung.

Alte Neustadt. Menschen, Räume, Architektur
Neue Sichtweisen auf die Alte Neustadt mit Fotografien von Bremer Architekturstudierenden und Fotografen.
22. Oktober 2017 bis März 2018 im Café K, werktags von 7.00 bis 18.30 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 07.15 bis 09.30 Uhr und von 14.00 bis 18.30 Uhr
Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen
St.-Pauli-Deich 24
28199 Bremen

Foto: Projektgruppe Architekturfotografie Alte Neustadt

Dr. Werner Jackstädt-Stiftung fördert Studie des Rotes Kreuz Krankenhauses (RKK) zur akuten Nierenschädigung bei Hochbetagten

Was sind die Risikofaktoren dafür, dass Menschen über 80 Jahre eine akute Nierenschädigung erleiden? Welchen Einfluss hat Gebrechlichkeit – und wie ist Prävention möglich? Um das weltweite Wissensloch der häufigen, plötzlichen Verschlechterung der Nierenleistung hochbetagter Patienten zu stopfen, startet die Medizinische Klinik des RKK eine retrospektive Studie (ATEMPO-Studie) – gefördert durch die renommierte Dr. Werner Jackstädt-Stiftung.

„Akute Nierenschädigung der Hochbetagten – Epidemiologie, Prävention und Einfluss von Gebrechlichkeit“ ist der Titel der Studie, die alle RKK-Patienten über 80 Jahre mit akuter Nierenschädigung im Jahr 2015 nachträglich genauestens unter die Lupe nimmt. „Wir sind keine spezialisierte Uniklinik – aber gerade deshalb prädestiniert für diese Studie, denn als Akutkrankenhaus können wir realitäts- und patientennahe Versorgungsforschung machen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Herget-Rosenthal, Chefarzt der Medizinischen Klinik und Ärztlicher Geschäftsführer des Hauses. So sahen es wohl auch Vorstand und Kuratorium Medizin der Stiftung, welche den Antrag der Klinik auf Fördermittel von knapp 30.700 Euro positiv beschieden.

Untersucht werden in einem Studienteam nun etwa 2000 Fälle des Jahres 2015. „Etwa ein Sechstel aller RKK-Patienten sind über 80 Jahre alt. Die Bevölkerung altert – aber die Studienlage, auch für eine so häufige und dramatische Diagnose wie das akute Nierenversagen, hält nicht Schritt. Aussagekräftige Studien gibt es bislang nur für 50 bis 70-Jährige – diese Ergebnisse sind aber nicht ohne weiteres auf alte Menschen mit hoher Gebrechlichkeit und Verletzlichkeit übertragbar“.

Herausgefunden werden soll nun, ob und welchen Einfluss Gebrechlichkeit auf die Entstehung eines akuten Nierenversagens hatte, welche Krankheiten im Vorfeld eine Rolle spielen, ob und welche modifizierbaren Risikofaktoren es gab und wie es den Patienten nach einem Jahr ging- ob sie zu Hause, in Pflegeeinrichtungen untergebracht waren, dialysiert wurden, ob die Nierenleistung stabil war. Die Ergebnisse der Studie werden veröffentlicht.

Informationen zur Dr. Werner Jackstädt-Stiftung

Die Stiftung unterstützt die wissenschaftliche Forschung und Lehre auf den Gebieten der Betriebswirtschaftslehre und der Medizin. Darüber hinaus fördert die Stiftung Projekte und Aktivitäten aus dem kulturellen und sozialen Bereich sowie der Wohlfahrtspflege. Für jeden Bereich ist ein eigenes Kuratorium einberufen, welches über die Vergabe der Fördermittel berät. Im Bereich Medizin werden schwerpunktmäßig wissenschaftliche Projekte und die Forschung innerhalb der Augenheilkunde, der Onkologie (Tumorforschung) sowie der Nephrologie gefördert. Zusätzlich wird über die Vergabe von Stipendien wissenschaftlicher Nachwuchs gefördert und es werden Einrichtungen unterstützt, die therapeutisch sinnvolle Maßnahmen durchführen.

Förderung im Schwerpunkt Nephrologie, Immunologische Nierenerkrankungen, akutes Nierenversagen

Durch das Älterwerden der Bevölkerung steigt die Zahl von Patienten mit Nierenerkrankungen kontinuierlich an. Das Immunsystem spielt eine wichtige Rolle bei der Verursachung vieler Nierenerkrankungen, insbesondere solcher mit akutem Verlauf. Die Dr. Werner Jackstädt-Stiftung fördert Projekte zur Entstehung, Diagnostik und Therapie immunologischer Nierenerkrankungen und des akuten Nierenversagens. Priorität wird Projekten eingeräumt, die ein Potential zu einer Verbesserung der diagnostischen und therapeutischen Versorgung nierenkranker Patienten erwarten lassen.

Foto: Prof. Dr. Stefan Herget-Rosenthal, Ärztlicher Geschäftsführer des RKK und Chefarzt der Medizinischen Klinik und eine Mitarbeiterin der Nephrologischen Fachstation am Rotes Kreuz Krankenhaus erwarten auch zum Wohl ihrer eigenen Patienten aussagekräftige Studienergebnisse.
Fotograf: Nikolai Wolff

Präsident der Bürgerschaft zu Besuch im Rotes Kreuz Krankenhaus

Am 12. September kam Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft, zu einem Informationsbesuch ins Rotes Kreuz Krankenhaus. Flankiert von einem kleinen Team aus Geschäftsführung, Medizin und Pflege besichtigte er zunächst die Terminambulanz, die Zentrale Notaufnahme und das Diagnostikzentrum.

Herr Weber ließ es sich nicht nehmen, auch das Einschleusungs-Procedere inklusive OP-Kleidung usw. in den Zentral-OP zu durchlaufen und war dort besonders begeistert von der neuen Hybrid-OP-Technik. Er bedankte sich bei den Mitarbeitern für die interessanten Erklärungen und zeigte sich beeindruckt von Atmosphäre, Abläufen, Qualität und Hightech der Klinik.

Grüne Damen und Herren im Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen suchen Unterstützung!

Praktische Hilfe am Krankenbett und in der Demenzbetreuung

Das Team der Grünen Damen und Herren am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen steht Patienten seit über 30 Jahren mit Rat und Tat zur Seite - und sucht ab sofort Verstärkung. Die Leiterin des Teams, Christel Menzer, freut sich auf Anrufe von interessierten Damen und Herren für die praktische Hilfe am Krankenbett. Außerdem werden Ehrenamtliche für die Betreuung und Beschäftigung von Patienten mit Demenzerkrankung als Unterstützung der qualifizierten Demenz-Fachkraft des Krankenhauses vormittags gesucht.

Interessierte Damen und Herren sollten offen, gesprächsbereit und ausgeglichen sein, sich selbst zurücknehmen und zuhören können. Geboten wird eine vierwöchige begleitete Einarbeitung, entsprechende Fortbildungen, ggf. Aufwandsentschädigungen, Versicherungsschutz, Arbeitskleidung und die Zugehörigkeit und Supervision in einem engagierten, festen Team. Der Zeitaufwand beträgt einmal wöchentlich drei bis 4 Stunden, entweder zwischen 9 und 12 oder zwischen 14 und 16.30 Uhr.

Interessierte können sich telefonisch (Tel: 04207 / 2453) oder per E-Mail (kikimen2912@gmail.com) an Christel Menzer wenden.

Großer Wurf im Rotes Kreuz Krankenhaus:
Klinik holt Hightech-Hybrid-OP nach Bremen

Neuartige Technik verschafft auch Schwerstkranken den Zugang zu minimalinvasiven Operationsmethoden

Der Hybrid-OP vereint einen komplett ausgestatteten Operationssaal, der höchsten Hygienestandards genügt, mit einem Hightech-Angiografielabor. Im hochsterilen Umfeld dieses OPs können Patienten mit minimal-invasiven Eingriffen, Katheterinterventionen und offenen Operationen in gleicher Narkose behandelt werden. Kernstück ist eine roboterbasierte Angiografie-Anlage zur radiologischen Darstellung von Blutgefäßen. Das System (Artis Pheno / Siemens) steht laut Herstellerangaben weltweit nur in vier Operationssälen - davon drei in Deutschland (Bremen, Marburg und Siegen) und einer in Japan. Drei weitere dieser Angiografieanlagen kommen in Radiologie-Abteilungen großer deutscher Kliniken in Frankfurt, Hannover und Koblenz für schwierigste radiologische Interventionen zum Einsatz.

Die Kosten für die Herrichtung, Auf- und Umrüstung des über 66qm großen Operationssaals plus Hybrid-Anlage im RKK betrugen etwa drei Millionen Euro. Die Planungen begannen im Sommer 2016, Mitte Mai 2017 startete punktgenau nach Bauplan der Um- und Einbau. Der Hybrid-OP ist seit Anfang August in Betrieb. Ein extra ausgebildeter Hybrid-OP-Techniker verstärkt das Team der Operateure vor Ort. „Hybrid ist die Technik der Zukunft, davon sind wir überzeugt. So eröffnen wir unseren Patienten, aber auch unseren Ärzten neue Behandlungsmöglichkeiten“, betont Dr. Walter Klingelhöfer, kaufmännischer Geschäftsführer des RKK. Das Gefäßzentrum am RKK, 2003 als erstes Zentrum dieser Art in Bremen eröffnet und seitdem regelmäßig rezertifiziert, ist der Hauptnutzer des neuen OPs. Aber auch in den Bereichen Unfallchirurgie, Orthopädie, Viszeralchirurgie und in der Notfallmedizin eröffnet die Technik ganz neue Möglichkeiten: „Verlor man früher bei Notfallpatienten Zeit aufgrund vor dem Eingriff notwendiger diagnostischer Maßnahmen, können diese nun in vielen Fällen direkt im Hybrid-OP durchgeführt werden“, so Klingelhöfer.

Invasive Möglichkeiten und Diagnostik auf höchstem Niveau mit vielen Vorteilen für die Patienten

„Für viele Menschen waren bestimmte minimal-invasive Eingriffe aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen bislang nicht möglich – beispielsweise aufgrund der notwendigen Untersuchungen vor der OP mit Röntgengeräten oder Magnetresonanztomografen. Denn die dafür benötigten Kontrastmittel sind beispielsweise für Nierenkranke zu belastend“, erklärt der Chefarzt des Gefäßzentrums am RKK, Dr. Frank Marquardt.
Durch den Einsatz des Artis Pheno verringert sich die Menge an benötigtem Kontrastmittel, da die Anlage viel weniger Zeit für einen Körperscan benötigt. Die detailgetreuen, dreidimensionalen Bilder aller Körperregionen, die in hoher Auflösung auf dem Befundungsmonitor sichtbar sind, entstehen mit geringsten Aufnahmezeiten. „Für den Patienten bedeutet das niedrigere Strahlendosen und kürzere Eingriffszeiten. Bei bestimmten Eingriffen können wir mit so genannten CO2 Angiografien sogar komplett auf den Einsatz von Kontrastmittel verzichten“, betont Marquardt. Zusätzlich sind für den Operateur im Hybrid-OP sämtliche Vitaldaten des Patienten, beispielsweise Blutdruck und Puls, die Bilder verschiedener Ultraschall-Verfahren und Messungen des Blutstroms sowie Computertomografien jederzeit abrufbar. Sie werden simultan auf dem Arbeitsbildschirm dargestellt – auch das das spart Kontrastmittel und Röntgenstrahlung für den Patienten. „Gerade Ältere und Patienten mit Mehrfacherkrankungen profitieren hiervon“, so der Gefäßexperte. Auch für Patienten, die aufgrund ihrer Körperfülle bisher nicht mit der verfügbaren medizinischen Geräteausstattung operiert werden konnten, ist der Hybrid-OP geeignet.

Hightech in Hülle und Fülle

Schonend, wirkungsvoll und so klein wie möglich: Beim heutigen Operieren setzen Ärzte immer mehr auf die minimal-invasive Chirurgie. Doch je kleiner die Eingriffe werden, desto besser muss die unterstützende Technik sein. Da der Roboterarm mit der Röntgenanlage außerhalb des OP-Tisches und nicht wie früher beispielsweise an der Decke installiert ist, kann der Arzt den Bogen der Röntgenanlage mit einem Durchmesser von knapp einem Meter per Joystick flexibel und präzise für jeden Patienten – auch mit starkem Übergewicht – und für jede Körperregion über dem Operationsfeld einsetzen, ohne dass der Patient umgelagert werden muss. Der OP-Tisch ist fast beliebig elektronisch kippbar und auf ein maximales Patientengewicht von bis zu 280 Kilogramm ausgelegt.

Zur Kontrolle kann eine Computertomografie direkt auf dem OP-Tisch durchgeführt werden. Der Roboter bewegt sich auf Wunsch automatisch in punktgenau die zuvor gespeicherte, gleiche Position wie vor der OP. Für die Patienten folgt daraus ein erheblicher Gewinn an Behandlungssicherheit und Behandlungsqualität.
Der Hybrid-OP hat außerdem ein besonderes Hygienekonzept zur Vermeidung von Keimverunreinigung. Es gibt kaum schwer zu reinigende Schlitze, Nähte oder Spalten, alle Oberflächen sind antimikrobiell beschichtet und die Kabelführung liegt innerhalb des Systems.

Ein Beispiel aus der Gefäßmedizin

Entdeckten Ärzte früher eine gefährliche Gefäßverkalkung in der Leistenarterie eines Patienten, mussten die Gefäßchirurgen die Ablagerungen in einer offenen Operation entfernen. Erst in einem zweiten Eingriff, der in einem anderen Bereich der Klinik vorgenommen wurde, weiteten Radiologen und Angiologen die Engstelle per Katheter (Ballondilatation) und setzten eine Stent-Prothese ein. „Mit der Hybridtechnik können wir jetzt gleichzeitig zur offenen Operation auch in anderen Gefäßregionen, wie Becken-, Bauch- und Brustschlagader sowie Oberschenkelarterien bis hinunter zum Fuß, Gefäße aufdehnen und Stents implantieren“, erklärt Dr. Frank Marquardt, Chefarzt des Bremer Gefäßzentrums des RKK. „Unser Gefäßzentrum hat mit dem Hybrid-OP die Behandlungsmöglichkeiten noch einmal optimiert. Gefäßchirurgen, Radiologen und Angiologen arbeiten hier perfekt zusammen“, betont der Gefäßexperte.

Leuchtendes Gewebe für mehr Patientensicherheit im OP

Mit der so genannten Mikroperfusionsangiografie (oder auch Fluoreszenzangiografie genannt) hält jetzt eine neue Methode bei Operationen am Verdauungstrakt routinehaft Einzug in die Klinik.

Muss beispielsweise aufgrund von Tumoren ein Stück Darm oder Speiseröhre entfernt werden, spritzen die Ärzte dem Patienten, kurz bevor sie die Verdauungsorgane wieder vernähen, einen fluoreszierenden Farbstoff in die Blutgefäße. Innerhalb einer Minute flutet es im Gewebe an. Eine Kamera mit Spezialaufsatz macht den Farbstoff sichtbar: Gut durchblutete Areale leuchten hell unter dem Laserlicht. Gewebe, das nicht oder nur schlecht durchblutet ist, bleibt dunkel. „So lässt sich das Risiko einer gefürchteten Naht-Undichtigkeit und damit einer gestörten Wundheilung mit zum Teil gefährlichen Komplikationen noch einmal um die Hälfte reduzieren“, erklärt Privatdozent Dr. Jörn Gröne, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am RKK.

Für den Heilungsprozess der operierten Organe ist eine ausreichende Durchblutung unerlässlich und die Nähte müssen dicht sein“, so der Experte. Eine Nahtundichtigkeit kann zu einer schweren Blutvergiftung führen, zu Bauchfellentzündungen und Funktionseinschränkungen – und so weitere Operationen notwendig machen. Sie stellt für den Patienten eine erhebliche Belastung und Gefährdung dar. Die Operationszeit verlängert sich durch die Laser-Fluoreszenz-Angiographie nur um wenige Minuten, der Nutzen ist klinisch belegt. Die Farbstofflösung scheiden die Patienten ohne Folgen nur wenige Stunden später über die Leber wieder aus.

Das RKK ist spezialisiert auf Operationen am Mast- und Dickdarm bei gutartigen oder bösartigen Erkrankungen (kolorektale Chirurgie) und die Krebschirurgie des gesamten Magen-Darm-Traktes, insbesondere der Entfernung von Speiseröhrenkrebs. Die neue Fluoreszenz-Technik kann sowohl bei der minimal-invasiven als auch bei der offenen Chirurgie von Verdauungsorganen aller gut- und bösartigen Erkrankungen eingesetzt werden, beispielsweise bei Durchblutungsstörung vom Darm und in der Lebermetastasenchirurgie.

Der mini-Bypass: Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen führt neues Operationsverfahren gegen Fettleibigkeit ein

Am Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen haben Experten für Bariatrische Chirurgie, der Chirurgie gegen Fettleibigkeit, vor wenigen Tagen ein neues Operationsverfahren eingeführt. Es handelt sich hierbei um den sogenannten mini-Magenbypass.

Das Prinzip beim üblichen Magenbypass: Die Chirurgen verkleinern den Magen zum so genannten Pouch, damit weniger Nahrung aufgenommen werden kann. Diesen Pouch verbinden sie mit einer tiefer liegenden Dünndarmschlinge, der Dünndarm muss hierfür durchtrennt werden. Der Magen wird so mit Hilfe der Dünndarmschlinge (Bypass), umgangen, der Zwölffingerdarm ist für die Verdauung ausgeschlossen. Durch die „Umleitung“ können sich Speisebrei und Verdauungssäfte erst spät im Dünndarm wieder vermengen. So kann der Körper einen Teil der Kalorien nicht aufspalten und aufnehmen, sondern verlässt den Körper wieder mit dem Stuhl - die Aufnahme von Fetten und Kohlehydraten wird vermindert.

Die Vorteile des mini-Bypass - auch Omega-Loop-Bypass genannt: Im Gegensatz zum Standard-Magenbypass wird die Verbindung zwischen dem verkleinerten Magen und dem Dünndarm durch nur eine einzige Naht geschaffen - dies vermindert Risiken und verkürzt die Operationszeit. Der Dünndarm muss nicht durchtrennt werden, der Weg der aufgenommenen Nahrung umgeht Teile des Magens, den Zwölffingerdarm und die ersten 200-250 cm des Dünndarms. Das Verfahren ist anspruchsvoll und erfordert viel Erfahrung in der bariatrischen Chirurgie. Gegenüber den bislang in Bremen durchgeführten Prozeduren hat das neue Verfahren darüber hinaus den Vorteil, dass auch bei Patienten, die für den Standard-Bypass zu adipös sind (BMI über 60 kg/m2), nun ein Bypass- Verfahren zur Verfügung steht. „Auch Patienten, für die andere Operationstechniken, beispielswiese die Bildung eines so genannten Schlauchmagens, aufgrund ihres Sodbrennens nicht in Frage kommen, profitieren von der Erweiterung unseres Operations- Portfolios im Rotes Kreuz Krankenhaus“, erklärt Dr. Alexander Friedemann, Oberarzt und Adipositas-Experte in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im RKK. Wie alle bariatrischen Operationsverfahren wird auch der mini-Bypass in der modernen Schlüssellochtechnik durchgeführt. Die Patienten können deswegen schon wenige Tage nach der Operation das Krankenhaus wieder verlassen. „Da die Veränderungen auf den Verdauungsprozess, anders als der Name vermuten lässt, nicht „mini“ sondern sehr tiefgreifend sind, ist eine lebenslange unterstützende Einnahme von Spurenelementen und Vitaminen notwendig. Dies wird durch die Nachsorge in der Klinik-eigenen Adipositas-Sprechstunde kontrolliert und unterstützt“, betont Friedemann.

In der bariatrischen Chirurgie gibt es ein breites Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten. „Aber eine Operation ist nur dann sinnvoll, wenn alle anderen nicht operativen Therapiemöglichkeiten versagt haben“, erklärt Privatdozent Dr. Jörn Gröne, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und ergänzt: „Die persönliche Beratung unter Berücksichtigung des Patienten in seiner körperlichen, psychischen und sozialen Gesamtsituation ist Grundvoraussetzung für die Behandlung. Wir informieren unsere Patienten sehr ausführlich darüber, welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Varianten bieten.“ Die Ursachen für den Gewichtsverlust nach einem Magenbypass sehen Experten nicht nur in der verminderten Kalorienzufuhr sondern in einem Zusammenspiel zwischen der Änderung der Gewichtsregulation, des Essverhaltens und des Kalorienverbrauchs. Die Kosten bariatrischer Operationen werden nach einer ganzen Reihe von zu erfüllenden Voraussetzungen und bewilligtem Antrag von den Krankenkassen übernommen.

Als eines der führen Krankenhäuser Bremens für Adipositaschirurgie hat das Rotes Kreuz Krankenhaus mit dem Mini-Bypass einen weiteren Schritt getan, um Menschen mit Fettleibigkeit in Bremen eine noch individuellere Therapie anbieten zu können“, ist Prof. Dr. Stefan Herget-Rosenthal, ärztlicher Geschäftsführer am RKK, überzeugt.

Der mini-Bypass

Der erste mini-Bypass wurde 1997 von Dr. Robert Rutledge, North Carolina, durchgeführt. Trotz des guten Erfolges fristete das neue OP-Verfahren aber lange ein Schattendasein. Nur durch konstant gute Erfolge konnte sich das Verfahren allmählich etablieren. Inzwischen wurden weltweit etwa 30.000 mini-Bypass-Operationen durchgeführt. Das Verfahren gehört zu den vier weltweit am häufigsten durchgeführten bariatrischen Operationsverfahren.

EPZ erfolgreich rezertifiziert

Das Endoprothetikzentrum im Rotes Kreuz Krankenhaus, gegründet 2014, ist erfolgreich geprüft und rezertifiziert worden. Im EPZ werden künstliche Knie- und Hüftgelenke nach den neuesten medizinischen Leitlinien implantiert.

Voraussetzung für dieses Gütesiegel ist ein Höchstmaß an medizinischer Kompetenz und Versorgungsqualität. Für Patienten bedeutet das: Sie werden von Ärzten mit viel Erfahrung und besonderer Expertise operiert. Die Zertifizierung ist an Mindestzahlen von Einsatz- und Wechseloperationen und eine bestimmte Anzahl von Operationen der einzelnen Ärzte gebunden. Die Daten und Fakten fließen nach erfolgter Einführung des Systems an das Deutsche Endoprothesenregister. Das EPZ wird regelmäßig von unabhängigen Dritten auf die Einhaltung dieser Standards überprüft, so auch erfolgreich am 9 / 10. August.

Das RKK versorgt seit Jahrzehnten auf hohem Niveau Patienten mit künstlichem Gelenkersatz. Durch den Schwerpunkt in der operativen Rheumatologie, Unfallchirurgie und physikalischen Medizin haben die Ärzte die Kompetenz und Erfahrung auch bei schwierigen Fällen. In Kooperation mit der Medizinischen Klinik können auch Patienten operiert werden, die aufgrund etwaiger Vorerkrankungen nach einer OP einer intensivmedizinischen Versorgung bedürfen.

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