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Fr, 18.07.2025

Neues Verfahren bei Hallux Valgus in Bremen: Minimalinvasive Operation im Rotes Kreuz Krankenhaus

Die MICA-Methode verspricht eine schonende Behandlung und schnellere Genesung für Betroffene.

Hallux valgus ist eine Fehlstellung der Großzehe. Wenn das Gelenk des großen Zehs nach außen drängt, der Zeh bzw. Mittelfußknochen selbst sich gleichzeitig nach innen schiebt, entsteht das typische Bild der häufigsten Zehenfehlstellung bei Erwachsenen. Rund 10 Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen, die Mehrheit davon Frauen. Die genetische Veranlagung und ein schwaches Bindegewebe sind Gründe für die Entstehung. Andere Faktoren, die den so genannten Ballenzeh begünstigen, sind Arthrose, falsches Schuhwerk, jahrelange Überbelastung und Adipositas. Die Fehlstellung entwickelt sich häufig aus einem Spreizfuß: Das Fußgewölbe sinkt ein und das Grundgelenk des großen Zehs schiebt sich aus seiner geraden Achse nach außen.

Viele Menschen leben mit einem Hallux valgus Hallux (im Lateinischen Großzehe) valgus (krumm), ohne dass sie Beschwerden haben. Je weiter die Fehlstellung unbehandelt voranschreitet, desto unangenehmer kann sie jedoch werden: Irgendwann scheuert der Großzehenballen am Schuh, er wird gereizt und schmerzt. Die benachbarten Zehen werden gestört und es entstehen weitere Fehlstellungen. „Deshalb sollte man nicht zu lange mit einer Operation warten“, sagt Dr. Jakob Mann, Orthopädie-Oberarzt im RKK.

Es gibt unterschiedliche OP-Methoden zur Behandlung der dreidimensionalen Fehlstellung Hallux valgus - von der Entfernung des Knochenvorsprungs über eine Umstellung des Mittelfußknochens hin zu einer Versteifungsoperation. Am RKK - als erste Klinik in Bremen - haben die beiden zertifizierten Fußchirurgen Dr. Ingo Arnold, Chefarzt, und Dr. Jakob Mann, Oberarzt in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, jetzt eine ganz neue minimal-invasive Methode eingeführt (MICA – Minimal- invasive Chevron-/Akin-Osteotomie). Dr. Mann erklärt: „Mithilfe filigraner Werkzeuge, die wir durch vier millimeterkleine „Schnitte“ einführen, durchtrennen wir der Mittelfußknochen unterhalb des Großzehengelenks. Wir verschieben das Köpfchen zur Mitte und fixieren es mit zwei speziell für diese Verfahren hergestellten, abgeschrägten Schrauben. Der überstehende Knochen außen wird zum Schluss entfernt.“ All dies geschieht unter Röntgensicht. Die Vorteile: „Man muss das Gelenk nicht öffnen, benötigt keine größeren Hautschnitte und die Rehabilitationszeit ist viel geringer als mit einer herkömmlichen OP. Gleichzeitig gibt es weniger Schmerzen, Narben und Wundheilungsprobleme“, sagt der Fußexperte.

Nach der OP tragen die Betroffenen einen Spezialschuh - der Fuß muss nicht komplett ruhiggestellt werden. Nach ca. sechs Wochen ist das Laufen im eigenen Schuh in der Regel wieder möglich.

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