Kooperation mit Ghana

Aktuell: Spendenaktion für ein Narkosegerät

Das St. Martin de Porres Krankenhaus benötigt dringend ein neues Narkosegerät - ein Gerät, das gerade die Kinder sehr schonend beatmet und vielfältige Sicherheits- und Warnfunktionen hat. Es muss robust, pflegeleicht und langlebig sein und stabil weiterlaufen, auch wenn die Strom- oder Gasversorgung in der afrikanischen Klinik einmal ausfällt.
Das erhöht die Sicherheit der Narkosen und hilft, Komplikationen zu vermeiden.

Die Gesamtkosten für ein solches Gerät inkl. Zubehör und Transport nach Ghana betragen 20.500 €. Durch Spenden und einen Eigenanteil aus Ghana konnten bereits 13.500 € gesammelt werden. Für die letzten 7.000 € brauchen wir Ihre Unterstützung!

Sichere Anästhesie ist das Rückgrat einer guten chirurgischen Versorgung. Lesen Sie Dr. Steinhorsts Bericht (PDF) rund um die Herausforderungen der Anästhesie in Ghana und wahre „Narkose-Geschichten“ aus dem St. Martin de Porres Hospital.

2025: Drei Jahre Krankenhaus­partnerschaft Eikwe / Bremen

Seit drei Jahren besteht die Krankenhauspartnerschaft zwischen dem Rotes Kreuz Krankenhaus Bremen und dem St. Martin de Porres Hospital in Eikwe. Das inspirierende, humanistische, freundschaftliche und langfristig angelegte Kooperations- und Ausbildungsprojekt funktioniert ohne staatliche Hilfe, rein spendenfinanziert. Was haben wir bisher erreicht?

Jedes Jahr konnten wir es bisher drei bis vier Mitarbeiter:innen aus unserer Kooperationsklinik ermöglichen, in Deutschland Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Alle diese Menschen arbeiten in Schlüsselpositionen in der ghanaischen Partnerklinik und können deshalb vieles, was sie in Bremen gelernt haben, vor Ort um- und durchsetzen. Anästhesist Awusi Donkor beispielsweise hat in Eikwe eine ganz neue Sicherheitskultur rund um Operationen etabliert, wie sie nur in Deutschland Standard ist. Joseph Erbah hat ein Team auf seiner Intensivstation aufgebaut und führt dieses in einer Weise, dass die Patienten nun auch schwere Krankheitsbilder und Operationen überleben. Und Ramatu Shaibu ist inzwischen von einer Zusatzausbildung in der Hauptstadt zurückgekehrt und hat als neue OP-Leiterin neue Standards gesetzt, insbesondere mit der Zusammenstellung standardisierter Instrumentensets und Durchsetzung der Hygieneleitlinien. Esther Badu und Kumi Owusu leiten gemeinsam die Erwachsenenstation und führen durch Vorbild.

Eine Hospitation im RKK ist eine einmalige Chance für alle „Auserwählten“, überhaupt mal ein anderes Land kennenzulernen - und dient damit auch der Belohnung besonders engagierter Mitarbeiter:innen. Es hilft auch, diese zu motivieren, in diesem sehr abgelegenen Krankenhaus an der Küste zu bleiben, statt in die Krankenhäuser der Metropolen zu ziehen. Die Chance, während des Austausches auch andere Orte in Deutschland kennenzulernen und dort Freunde (und auch die Ordensschwestern, die das Krankenhaus in Eikwe 1959 gegründet haben) zu besuchen, macht die Reise umso attraktiver. Zweimal im Jahr fliegt eine Gruppe von Ärzt:innen, die oft auch von Medizinstudierenden verschiedener Fakultäten begleitet werden, nach Ghana. Darunter Unfallchirurg:innen, Internist:innen, OP-Assistentinnen und mit Dr. Verena Steinhorst auch eine Kinderärztin. Die engagierten ehrenamtlichen Mediziner:innen geben von ihrem Wissen und ihrer Erfahrung und nehmen in gleicher Weise aus Ghana viel mit. Das Wichtigste, das bleibt, sind Freundschaften.

In den vergangenen drei Jahren gab es darüber hinaus viele weitere spendenfinanzierte Projekte und Aktionen in und um die Klinik in Ghana – von Spielzeugsammlungen über den Bau einer Solaranlage, Renovierungsarbeiten, Anschaffung eines Röntgengeräts, mehrerer OP-Tische bis zu medizinischer Ausrüstung und mehr.

Dr. Bernward Steinhorst, der Initiator des Krankenhauskooperationsprojektes, hat Ende 2025 eine Bilanz geschrieben darüber, was in den vergangenen drei Jahren seit Entstehung der Kooperation bereits erreicht worden ist. Der Text ist angereichert mit vielen Fotos aus Ghana und Bremen. Seinen spannenden, sehr persönlichen Bericht lesen Sie hier: Drei Jahre Kooperation – eine Bilanz (PDF).

Weitere Informationen zum Kooperationsprojekt finden Sie in unserem Flyer… (PDF)

Wartende im Sprechstundenbereich des Krankenhauses

St. Martin de Porres Hospital

Die Klinik in dem kleinen Dorf Eikwe an der Atlantikküste wurde 1959 von katholischen Schwestern des Würzburger Ordens „Missionshelferinnen“ aus einem französischen katholischen Waisenhaus gegründet.

Sie hat sich als wichtigstes medizinisches Zentrum im Südwesten von Ghana etabliert mit einem Einzugsbereich von 100 km im Umkreis, der bis in die nahe Elfenbeinküste reicht und von ca. 200.000 Menschen bewohnt wird. Pro Jahr werden durch das Krankenhaus ambulant 75.000 und stationär 13.000 Patient:innen in den Fachgebieten Innere Medizin, Gynäkologie und Geburtshilfe, Chirurgie (Allgemein-, Viszeral-, Kinder- und Unfallchirurgie) sowie Augen- und Zahnheilkunde versorgt.

Interview

Anästhesist Godwill Awusi Donkor erzählt von den Fortschritten im St. Martin de Porres Hospital in Ghana nach seiner Hospitation im Rotes Kreuz Krankenhaus 2023

Interview Teil 1
Interview Teil 2

„Vielen Dank für diese großartige Gelegenheit! Die Möglichkeit, mit dem besten Anästhesie-Team, dem ich je angehört habe, zu arbeiten. Vielen Dank, dass ihr mir eine so tolle Zeit in Deutschland, dem besten Ort, den ich auf dieser Erde besucht habe, bereitet habt! Worte reichen nicht aus, meine Dankbarkeit auszudrücken.“
– Godwill Awusi Donkor, Anästhesist aus Eikwe

Ghana Deutschland
Lebenserwartung 64 Jahre 81 Jahre
Säuglingssterblichkeit 33/100 3/100
Ärzte & Krankenhausbetten pro 10.000 Einwohnern 2 Ärzte 9 Betten 44 Ärzte 80 Betten
Altersstruktur der Bevölkerung 36 % unter 15 Jahre,
3 % über 65 Jahre alt
14 % unter 15 Jahre,
22 % über 65 Jahre
Human Development Index Platz 133 Platz 9
Zahlen 2023
St. Pauli-Deich 24 • 28199 Bremen • Tel. 0421 / 55 99-0